Wirtschaft : Shell will aus Mist viel Geld machen

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Hamburg Der Ölkonzern Shell baut in Deutschland die weltweit erste kommerzielle Anlage zur Produktion von synthetischem Diesel. Der Kraftstoff wird aus organischem Material, der so genannten Biomasse gewonnen. Die deutsche Tochter Shell Deutschland Oil GmbH baut die Anlage gemeinsam mit der Choren Industries GmbH aus Freiberg/Sachsen.

Das von beiden Firmen eingesetzten Verfahren unterscheidet sich von der herkömmlichen Biodiesel-Produktion aus Raps. Es wird die gesamte Biomasse, also auch Stroh oder Restholz, in ein teerfreies Synthesegas umgewandelt, das sich zu hochreinem Kraftstoff weiterverarbeiten lässt, sagte Choren-Chef Tom Blades. Die Anlage mit einer Jahreskapazität von 15 000 Tonnen wird mit einem Investitionsvolumen unterhalb von 50 Millionen Euro in Freiberg errichtet und soll 2007 die Produktion aufnehmen.

Shell hat sich mit einem Minderheitsanteil von unter 25 Prozent an Choren beteiligt. Vorgesehen ist, dass Shell seinen Anteil an der in Privatbesitz befindlichen Choren weiter erhöht, aber deutlich unter 50 Prozent bleibt, heißt es aus Kreisen von Choren Industries.

Beide Unternehmen setzen auf die Beibehaltung der Steuerfreiheit für Kraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen. Unter dieser Voraussetzung könne die geplante Anlage bei einem Dieselpreis von einem Euro pro Liter bereits mit leichtem Gewinn arbeiten, heißt es aus Choren nahe stehenden Kreisen.

Schon jetzt laufen Planungen zum Bau von weiteren Großanlagen mit einer Jahreskapazität von je 200 000 Tonnen. Die erste soll 2009 in Lubmin an der Ostsee in Betrieb gehen. Als weitere Standorte werden Uelzen (Niedersachen) und Nordrhein-Westfalen untersucht.beu/HB

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