Sicherheitskonferenz : Bahn will mehr Sicherheit im Nahverkehr

Die Deutsche Bahn will in ihren Nahverkehrszügen vor allem abends und nachts mehr Sicherheitspersonal einsetzen. 300 zusätzliche Mitarbeiter seien für diesen Bereich vorgesehen, sagte Bahnchef Rüdiger Grube bei der "Sicherheitskonferenz Bahn 2010" in Potsdam.

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300 zusätzliche Sicherheitskräfte sollen künftig Randale und Sachbeschädigung verhindern.
300 zusätzliche Sicherheitskräfte sollen künftig Randale und Sachbeschädigung verhindern.Foto: Thilo Rückeis

Potsdam - Bisher gibt es 3200 Sicherheitskräfte. Insgesamt will die Bahn in den nächsten fünf Jahren zusätzlich 31 Millionen Euro für die Sicherheit auf Bahnhöfen und in Zügen ausgeben: für mehr Personal, aber auch für den weiteren Einbau von Kameras. Der normale Sicherheitsetat umfasst 160 Millionen Euro pro Jahr.

Auf der Konferenz haben die Bahn und die Bundespolizei vereinbart, ihre vor zehn Jahren eingeführte sogenannte Ordnungspartnerschaft fortzusetzen, die es mit privaten Bahnen bisher nicht gibt. Nach Angaben von Innenminister Thomas de Maizière sind durchschnittlich 5000 Bundespolizisten im Einsatz für die Bahn. An Wochenenden mit Fußballspielen werde die Zahl regelmäßig um 2000 erhöht. „Dies kann kein Dauerzustand sein“, sagte de Maizière. Gespräche mit dem Deutschen Fußball-Bund, der sich an den Kosten des Einsatzes der Bundespolizei beteiligen soll, waren bisher erfolglos. Sie würden aber fortgesetzt, kündigte der Innenminister auf der Sicherheitskonferenz an.

Auch beim eigenen Sicherheitsdienst will die Bahn die Kosten abwälzen. In Verkehrsverträgen mit den Ländern solle in Zukunft auch der Einsatz der Sicherheitskräfte der Bahn in den Zügen vertraglich geregelt werden, fordert Grube. Die Kosten für bestellte Leistungen im Nahverkehr müssen die Länder übernehmen. Bei der Ausschreibung für das Stadtbahn-Netz in Berlin-Brandenburg, für das die Aufträge im vergangenen Jahr vergeben worden waren, gab es keine Auflagen für den Sicherheitsdienst. Allerdings müssen Schaffner in den Zügen mitfahren.

Obwohl die Bahn den Sicherheitsdienst verstärke, seien Züge bereits ein sicheres Verkehrsmittel, betonte Grube. Pro 100 000 Einwohner gebe es in Deutschland rund 7400 Straftaten; bei der Bahn werde dagegen pro 100 000 Fahrgästen ein tätlicher Angriff registriert.

Das Sicherheitsgefühl verstärken soll auch die neue Regelung, wonach die Sicherheitskräfte der Bahn gratis zum Dienst fahren können, wenn sie eine Uniform tragen.

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