Wirtschaft : Sieben Manager müssen bei Reemtsma gehen Imperial Tobacco trifft Vorsorge wegen Schmuggelverdachts

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Hamburg (dpa). Beim Zigarettenhersteller Reemtsma sind am Mittwoch sieben Manager und ein Aufsichtsrat von ihren Aufgaben entbunden worden. Der Vorstandssprecher Manfred Häussler hat sein Amt niedergelegt. Auch der Rücktritt des Aufsichtsratsmitglieds Ludger Staby wurde von der britischen Imperial Tobacco, zu der Reemtsma erst seit Mai gehört, angenommen. Zuvor war Tchibo Eigentümer von Reemtsma. Weitere Manager wurden von ihren Aufgaben entbunden.

Hintergrund für die Rücktritte sind die Ermittlungen der deutschen Zollbehörden wegen des Verdachts auf Zigarettenschmuggel. Die Ermittlungen betreffen laut Imperial „angebliche Taten“ vor der Übernahme durch Reemtsma. Weil sich das Ermittlungsverfahren über Jahre hinziehen könne, habe ein von Imperial eingesetzter unabhängiger Ausschuss empfohlen, die sieben betroffenen ReemtsmaManager bis zum Abschluss des Verfahrens von ihren Aufgaben freizustellen, heißt es in der Imperial-Mitteilung.

Häussler, der auch Vertriebs- und Marketing-Direktor bei Imperial ist, habe als ebenfalls Betroffener daraufhin seinen Rücktritt von seinen Ämtern erklärt. Er war als einziger Reemtsma-Manager nach der sechs Milliarden Euro teuren Übernahme durch Imperial in die Führung des britischen Konzerns eingerückt und seit Juli 2002 Reemtsma- Vorstandssprecher.

Imperial wies ausdrücklich daraufhin, dass Staby nicht zu den sieben Angehörigen des Unternehmens gehört, gegen die die deutschen Zollbehörden ermitteln. „Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Ermittlungen des deutschen Zolls zu einem Interessenkonflikt zwischen seiner früheren Zuständigkeit und seiner gegenwärtigen Funktion im Board der Imperial Tobacco Group führen, halten Ludger Staby und das Board übereinstimmend den Rücktritt für angemessen“, hieß es.

In Hamburg wird gegen die Manager wegen Zigarettenschmuggels und Steuerhinterziehung ermittelt. Es bestehe der Verdacht der Unterstützung einer kriminellen Vereinigung und der Beihilfe zur Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit ausgeführten unversteuerten Zigaretten, hieß es im Januar. Reemtsma soll auch Zigaretten in den Irak geliefert und damit gegen das Außenwirtschaftsgesetz verstoßen haben.

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