Wirtschaft : Sieben plus Russland

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Was ist G 8?

Die Abkürzung steht für ein informelles Treffen der sieben wichtigsten Industrieländer USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Kanada plus Russland. 1975 von sechs Staaten gegründet – damals beunruhigte die Ölkrise die Welt –, verabreden sich die Staats- und Regierungschefs einmal pro Jahr an wechselnden Orten, um wichtige politische und wirtschaftliche Themen zu besprechen. Die G-8-Länder repräsentieren mehr als die Hälfte der Weltwirtschaft.

Worüber wird in Russland diskutiert?

Es ist das erste Mal, dass Russland Gastgeber ist. Präsident Wladimir Putin hat sich gewünscht, dass das Thema Energiesicherheit an die Spitze der Tagesordnung gesetzt wird. Nicht ganz uneigennützig, denn Russland ist einer der wichtigsten Energielieferanten der Welt. Der Bedarf an Öl und Gas wächst ständig, damit nehmen die Verteilungskämpfe zu, was sich auch in steigenden Preisen zeigt. In St. Petersburg soll es aber auch um den Schutz vor Infektionskrankheiten wie Aids oder Vogelgrippe und den Welthandel gehen. Auch die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten und der Atomstreit mit dem Iran stehen auf der Agenda.

Wer kommt?

Neben den Staats- und Regierungschefs – für Deutschland ist Bundeskanzlerin Angela Merkel angereist – sind auch Vertreter anderer Länder mit Gaststatus dabei. Brasilien schickt Präsident Lula da Silva, China wird mit Staatspräsident Hu Jintao dabei sein, Indien repräsentiert durch Ministerpräsident Manmohan Singh. Für die Vereinten Nationen kommt Generalsekretär Kofi Annan. Außerdem wird der Chef der Welthandelsorganisation WTO, Pascal Lamy, erwartet, der den stockenden Gesprächen über einen freieren Welthandel einen Schub geben soll.

Was ist aus den bisherigen G-8-Beschlüssen geworden?

Auf dem G-8-Treffen vor einem Jahr im schottischen Gleneagles haben sich die Länder auf einen Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Welt geeinigt. Sie versprachen ferner, ihre Entwicklungshilfe bis 2010 um insgesamt 50 Milliarden Dollar zu erhöhen. Außerdem stimmten die Länder einem Schuldenerlass für Nigeria zu, wie sie es für den Irak ein Jahr zuvor getan hatten. Nach Angaben von Oxfam weisen die Entwicklungshilfe-Zahlen für 2005 und 2006 zwar große Steigerungen aus, die aber vor allem auf die umstrittene Einbeziehung des Schuldenerlasses für Nigeria und Irak zurückgehen.pet

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