Wirtschaft : Siebenergruppe befürwortet

PARIS (rtr).Rußland kann grundsätzlich mit weiteren internationalen Hilfen zur Bewältigung seiner Finanzkrise rechnen.Der stellvertretende US-Finanzminister Lawrence Summers sagte nach einem Treffen der sieben führenden Industriestaaten (G-7) am Mittwoch in Paris, die G-7 werde falls nötig weitere Hilfen an Rußland befürworten.Ähnlich äußerte sich der deutsche Vertreter, Finanzstaatssekretär Jürgen Stark.Konkrete Zusagen machten sie aber nicht.Beide lobten die angekündigten Maßnahmen Rußlands zur Sanierung der Staatsfinanzen.Deren Umsetzung sei wichtig, um Vertrauen an den Märkten zu fördern.Die Kurse der russischen Aktien sackten aber erneut ab.

Summers sagte, das neue russische Wirtschaftsprogramm für 1998, das in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) entwickelt worden sei, enthalte wichtige steuer-, geld- und strukturpolitische Zusagen.Finanzstaatsekretär Stark sagte der Nachrichtenagentur Reuters, das von der neuen russischen Regierung vorgelegte Programm zur Bewältigung der Finanzkrise werde von der G-7 unterstützt.Die glaubwürdige Umsetzung der angekündigten Schritte - unter anderem die Stärkung der Steuereinnahmen - seien wichtig, um Vertrauen zu fördern.Die G-7-Runde sei sich einig gewesen, das Engagement der internationalen Finanzinstitutionen weiter zu unterstützen: "Die G-7 sind bereit - soweit notwendig und angemessen - im Zusammenhang mit weiteren Reformmaßnahmen zusätzliche Hilfen der internationalen Finanzinstitutionen zu erwägen."

US-Finanzminister Robert Rubin hatte bereits am Dienstag erklärt, der IWF verfüge trotz der Milliardenhilfen für die Krisenländer in Südostasien über genügend Mittel, um die Unterstützung für Rußland im Notfall ausbauen zu können.Derzeit hat der IWF ein Kreditprogramm über 9,2 Mrd.Dollar für Rußland aufgelegt.Die nächste Teilzahlung von 670 Mill.Dollar soll bald fließen.Die russische Regierung hat ein striktes Sparprogramm sowie eine wirksamere Steuererhebung angekündigt, um Haushaltslücken schließen zu können.

Den Beratungen der Vize-Finanzminister der G-7 schloß sich ein Treffen der Zehnergruppe (G-10) an, an dem auch die stellvertretenden Notenbankchefs teilnahmen.Der G-7 gehören neben den USA und Deutschland Großbritannien, Kanada, Frankreich, Italien und Japan an.Die G-10 besteht aus elf Mitgliedern, neben den G-7-Staaten sind dies Belgien, die Niederlande, die Schweiz und Schweden.Weiteres Thema des G-7-Treffens war die Entwicklung an den Devisenmärkten.Es sei über mögliche negative Folgen der Yen-Schwäche gesprochen worden, sagte Summers.Die Siebenergruppe wolle die Entwicklung an den Devisenmärkten weiter beobachten.

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