Wirtschaft : Siemens: 1700 Arbeitskräfte für Mobiltelefone eingestellt

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Die Münchner Siemens AG baut an den deutschen Standorten zur Fertigung von Mobiltelefonen bis Ende des Jahres fast 1000 Stellen auf. Davon profitieren die Werke in Kamp-Lintfort, Bocholt und Leipzig, teilte der Elektrokonzern in München mit. Schwerpunkt des Aufbaus sind die Werke Bocholt und Kamp-Lintfort, wo je 400 neue Stellen geschaffen werden. In beiden Werken wurden dieses Jahr schon 700 neue Mitarbeiter eingestellt, womit Siemens-Handys dieses Jahr insgesamt für 1700 neue Stellen sorgen. "Das Geschäft mit Mobiltelefonen boomt," freut sich der dafür zuständige Siemens-Bereichsvorstand Rudi Lamprecht. Der jetzt beschlossene Stellenaufbau sei angesichts ehrgeiziger Wachstumspläne für Siemens-Mobiltelefone nur ein erster Schritt. Auch in den kommenden Jahren dürfte die Aufstockung weitergehen, falls man qualifizierte Mitarbeiter finde, ergänzte ein Siemens-Sprecher. So gebe es bei Forschung und Entwicklung mangels Personal derzeit rund 1000 offene Stellen.

Ende des Jahres werden in der heimischen Handy-Produktion an den drei Siemens-Standorten 7750 Mitarbeiter beschäftigt sein. Nicht nur die heimischen, auch ausländische Siemensianer und die Partner der Münchner profitieren von der Handy-Nachfrage. Global werde die Mitarbeiterzahl der Mobilfunksparte bis Ende September um 4000 Personen auf dann 28 000 erhöht und die Zahl der Forschungszentren auf sechs verdoppelt. Unter anderem dafür werden binnen drei Jahren drei Milliarden Mark in die asiatischen Siemens-Werke für Mobiltelefone investiert und auch Produktionsaufträge an Partner vergeben. Rund ein Sechstel aller Geräte - das entspricht 33 Millionen Stück - baut Siemens künftig über den US-Konzern Flexitronics International. Bis 2003 will Siemens 30 bis 40 Prozent aller Mobiltelefone fremdfertigen lassen. Ziel sei es, binnen drei Jahren von Rang fünf mit derzeit 4,6 Prozent Weltmarktanteil auf Rang drei hinter Nokia und Motorola vorzudringen. In einem Zwischenschritt wollen die Bayern 2001 ihre Handy-Produktion auf 60 Millionen Telefone mehr als verdoppeln. Die in dem Bereich Information and Communications Mobile (ICM) eingebettete Handy-Produktion ist heute neben der Chipfertigung das erfolgreichste Geschäft der Münchner. Mit einer Versechsfachung des Bereichsergebnisses vor Steuern und Zinsen ist ICM hinter der Chip-Tochter Infineon zur Hauptgewinnquelle des Konzerns geworden.

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