Wirtschaft : Siemens AG: Der Konzern baut 2000 Stellen mehr ab, als im April angekündigt

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Die Münchner Siemens AG baut wegen der aktuellen Marktschwäche im Handy-Geschäft und dem Geschäft mit Firmennetzwerken mehr Jobs ab als ursprünglich geplant. Der Elektrokonzern will nun insgesamt 8100 Stellen streichen und damit 2000 mehr als noch im April angekündigt, sagten Siemens-Manager auf einer zweitägigen Analystenkonferenz in London.

Den Personalabbau auf Raten begründet das Unternehmen grundsätzlich mit den rasanten Veränderungen der Telekommunikationsmärkte. Angesichts dessen sei auch nicht ausgeschlossen, dass Siemens bei einer weiteren Marktkorrektur nach unten noch mehr Arbeitsplätze streiche. Dass jetzt 2000 Stellen mehr abgebaut werden, gehe auf die Schwäche im Großkundengeschäft mit Firmennetzen zurück, sagte der für den Konzernbereich Information and Communication Networks (ICN) zuständige Siemens-Vorstand Roland Koch. Dieser neuerliche Schnitt treffe auch heimische Arbeitsplätze in noch unbekanntem Ausmaß, ergänzte ein Konzernsprecher. Der bislang für den ICN-Bereich verkündete Abbau von 3500 Stellen entfalle zu zwei Dritteln auf heimische Standorte. Ausschließlich Deutschland trifft der ebenfalls bereits früher angekündigte Abbau weiterer 2600 Arbeitsplätze in der neuerdings defizitären Produktion von Mobiltelefonen. Gestrichen wird in den drei Werken in Leipzig, Bocholt und Kamp-Lintfort.

Insgesamt wird die Zahl der Arbeitsplätze um gut 8000 Stellen verringert. Siemens will dadurch gut 2,7 Milliarden Mark pro Jahr an Kosten sparen. Damit soll auch das Handy-Geschäft, das im vergangenen Quartal 280 Millionen Mark Verlust gebracht hat, wieder zu profitablem Wachstum zurückfinden. Allerdings belastet der Kapazitätsabbau die beiden Bereiche ICN und Information and Communication Mobile (ICM) dieses Jahr mit einmalig 680 bis 880 Millionen Mark, räumte Siemens-Zentralvorstand Volker Jung ein. Seine Erwartungen für den globalen Handy-Absatz hat er für 2001 auf branchenweit 400 Millionen Stück nach unten korrigiert. Siemens-Chef Heinrich von Pierer hatte zuletzt noch von einem Absatz von bis zu 450 Millionen Handys gesprochen. Ursprünglich hatte die Branche mit dem Verkauf von 550 Millionen Stück kalkuliert.

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