Wirtschaft : Siemens AG: Technologiekonzern soll sich neue Ziele setzen

Neue Ziele und einen genaueren Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr erwarten Analysten von der Bilanz-Pressekonferenz der Münchener Siemens AG am Donnerstag. Sensationelle Neuerungen wird der Technologiekonzern nach Einschätzung der Experten aber nicht ankündigen. Nachdem der Konzern aber die meisten Vorhaben seines Zehn-Punkte-Programms von 1998 verwirklicht habe, müsse Siemens nun neue Ziele ins Auge fassen.

Ein Gebiet, auf dem sich Siemens neue Ziele setzen könnte, sind die Umsatzrenditen für seine 16 Arbeitsgebiete. In dem vor zwei Jahren ins Leben gerufene Zehn-Punkte-Programm ordnete Siemens sein Beteiligungsportfolio neu und machte jeder Sparte zur Aufgabe, mehr als die Kosten des eingesetzten Kapitals zu verdienen. 1999/2000 schafften das nur drei Sparten nicht. "Wir erwarten nun, dass Siemens höhere Margenziele für die Sparten nennt", sagte Chris Heminway von Lehman Brothers.

Weiter sind Analysten an einem Plan für den Abbau des 71-prozentigen Anteils von Siemens am Halbleiterhersteller Infineon und an einer Einschätzung für den Halbleitermarkt interessiert. Nach einer Gewinnwarnung des US-Elektronikkonzerns Motorola wegen schwacher Nachfrage wird Siemens sicherlich auch Fragen nach der Zukunft seines Mobilfunkgeschäfts ICM beantworten müssen, das im vierten Quartal 1999/2000 einen Rückgang des Ergebnisses vor Steuern und Zinsen von 82 Prozent auf 38 Millionen Euro verzeichnet hatte.

Manche Experten halten Siemens mit den Bereichen Energie, Industrie, Verkehr, Information und Kommunikation, Medizin und Finanzen immer noch für zu breit aufgestellt. "Siemens wird zeigen müssen, dass das Zehn-Punkte-Programm nur der erste Schritt gewesen ist", sagte ein Bankanalyst. Der Zukauf der Maschinenbau- und Autozuliefersparte Atecs von Mannesmann und Signale, dass Siemens an seiner Medizinsparte festhalten will, untermauern aber die Strategie eines breiten Geschäfts.

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