Siemens : Aktionärsschützer wollen Vorstand nicht entlasten

Unter den Siemens-Kleinaktionären wächst wegen der Schmiergeldaffäre der Widerstand gegen eine Entlastung der Führungsspitze auf der Hauptversammlung Ende Januar.

München - Die Abstimmung über die Entlastung müsse vertagt werden, forderte die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Die SdK will zunächst die internen und externen Untersuchungen abwarten, um beurteilen zu können, ob Vorstand und Aufsichtsrat ihren Kontrollpflichten nachgekommen oder sogar in das System der Korruption involviert gewesen sind.

Sollte es zu keiner Vertagung kommen, will die SdK auf der Hauptversammlung am 25. Januar gegen eine Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat stimmen. Auch ein Verein von Belegschaftsaktionären hatte seinen Widerstand gegen eine Entlastung angekündigt. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz plant offenbar, eine Einzelabstimmung über die Entlastung von Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer zu beantragen.

Die Staatsanwaltschaft geht derzeit davon aus, dass eine Gruppe von teils hochrangigen Siemens-Mitarbeitern rund 200 Millionen Euro unterschlagen und im Ausland als Schmiergeld eingesetzt hat. Siemens selbst geht sogar von verdächtigen Zahlungen von bis zu 420 Millionen Euro aus. (tso/dpa)

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