Wirtschaft : Siemens-Anlagenbau nach fünf Jahren mit Gewinn

NÜRNBERG (rtr).Der Siemens-Bereich Anlagenbau und Technische Dienstleistungen (ATD) will in den kommenden Jahren kräftig wachsen und dabei den Ertrag erhöhen.Nachdem die Restrukturierung weitgehend abgeschlossen sei, solle sich ATD zu einem stabilen Ertragspfeiler des Siemens-Konzerns entwickeln, sagte Bereichs-Vorstandschef Konrad Pernstich am Montag in Nürnberg.Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 1997/98 (zum 30.September) habe ATD erstmals seit fünf Jahren ein positives Ergebnis erzielt.Im Gesamtjahr solle der Vorsteuergewinn den Planungen zufolge auf 150 Mill.DM nach sieben Mill.DM im Vorjahr steigen.

Pernstich sagte, der Weltmarkt für Anlagenbau und technische Dienstleistungen belaufe sich derzeit auf 250 Mrd.DM im Jahr und wachse jährlich um sechs Prozent.ATD wolle künftig mit einer Zuwachsrate von rund neun Prozent schneller als der Markt wachsen und dabei die Profitabilität erhöhen.Im laufenden Geschäftsjahr sollten Umsatz und Auftragseingang um mindestens drei Prozent auf zehn Mrd.DM erhöht werden.

Nachdem zum Ende des Geschäftsjahres der Verlustbringer Gebäudetechnik mit einem Umsatz von rund 2,6 Mrd.DM an die Siemens Building Technologies abgegeben werde, solle der Umsatz in drei Jahren wieder auf zehn Mrd.DM steigen.Das größte Wachstumspotential liege zweifellos im Ausland, hieß es.

Wichtigste Wachstumsmärkte für ATD werden dabei nach Einschätzung von Bereichsvorstand Udo Wagner die Regionen Asien, Osteuropa und Amerika sein.Trotz der derzeitigen Krise in Südostasien blieben diese Länder eine Wachstumsregion.Kurzfristig würden aber gerade aus Südkorea und Indonesien Aufträge verschoben.Im ersten Halbjahr betrage der Umsatz aus dieser Region noch 180 Mill.DM.Im Gesamtjahr solle er sich zumindest verdoppeln.Im Vorjahr hatte ATD rund 465 Mill.DM Umsatz in Südostasien erzielt.

ATD ist in gestraffter Form aus dem Siemens-Bereich Anlagentechnik (ANL) hervorgegangen.In den vergangenen fünf Jahren hat das Unternehmen 18 Verlustgeschäftsfelder mit einem Umsatz von mehr als einer Mrd.DM und gut 10 000 Arbeisplätze im Inland aufgegeben.Im vergangenen Geschäftsjahr baute ADT rund 2500 Stellen ab.Zum Ende des laufenden Geschäftsjahres würden es nochmals rund 1000 Beschäftigte weniger sein, kündigte Bereichsvorstand Pernstich an.Der Beschäftigungsanteil werde sich zunehmend zugunsten des Auslands verschieben.Derzeit seien im Inland noch 22 300 und im Ausland 13 100 Mitarbeiter beschäftigt.

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