Wirtschaft : Siemens beruft einen neuen Strategen

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München Nach der angekündigten Umstrukturierung seines Kommunikationsbereichs (Festnetztelefonie, Handys) hat Siemens wichtige Schlüsselpositionen im Konzern neu besetzt. Joe Kaeser, bisher Finanzvorstand der Mobilfunksparte, werde im Oktober neuer Strategiechef von Siemens, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Der 47-Jährige übernimmt den Posten von Klaus Kleinfeld, der Heinrich von Pierer Ende Januar 2005 als Vorstandschef ablösen wird.

Kaeser hatte sich zuletzt als Verhandlungsführer bei den Gesprächen über die Einführung der 40-Stunden-Woche in zwei Siemens-Werken profiliert. Den Vorstand des neu strukturierten Bereichs Kommunikation wird künftig Lothar Pauly leiten. Als Finanzvorstand ist Michael Kutschenreuter, als Technologievorstand Anton Hendrik Schaaf vorgesehen. Mitte Juli hatte Siemens überraschend bekannt gegeben, die Sparten Festnetz (ICN) und Mobilfunk (ICM) zu verschmelzen. Die Fusion der zuletzt kriselnden Sparten ist eine der wichtigsten strategischen Veränderungen des Konzerns in den vergangenen Jahren. Damit will Siemens die sich annähernden Technologiekonzepte von schnurlosen und Festnetztelefonen besser vernetzen.

Die Einigung mit der Gewerkschaft auf die 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich für 4000 Mitarbeiter betrifft zwei Fertigungslinien der Kommunikationssparte. Nach Angaben der IG Metall wird der Konzern durch den Lohnverzicht in den nächsten fünf Jahren mindestens 110 Millionen Euro einsparen. Die Beschäftigten müssten Einkommenseinbußen von bis zu 30 Prozent hinnehmen. nad

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