Wirtschaft : Siemens: China bald drittgrößter Markt

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Die Siemens AG setzt wie viele andere deutsche Unternehmen auf Chinas Beitritt zur Welthandelsorganisation im kommenden Jahr und das enorme Wachstumspotenzial des chinesischen Marktes. "China wird schon in naher Zukunft unser drittgrößter Markt sein", sagte Heinrich von Pierer, Vorstandschef der Siemens-AG und Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (APA) bei einem Wirtschaftskongress im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen in Berlin. Wichtiger seien nur noch die USA und Deutschland. Im chinesischen Markt mit seinen jährlichen Wachstumsraten von rund acht Prozent steckten große Chancen, sagte er. China werde für Deutschland ein immer wichtigerer Außenhandelspartner. China selbst hatte angekündigt, in den kommenden zehn Jahren sein Bruttoinlandsprodukt von derzeit einer Billion US-Dollar zu verdoppeln. Dazu sind hohe in- und ausländische Investitionen notwendig. "Genau hier hat die deutsche Wirtschaft viel zu bieten", sagte er. Geschäftsmöglichkeiten sieht er deshalb für Investitionen in Verkehr, Telekommunikation und Energieversorgung sowie im Wohungsbau und Gesundheitswesen.

Siemens selbst ist seit Jahren in China aktiv. "Wir arbeiten in 50 verschieden Joint-Ventures mit chinesischen Unternehmen zusammen", sagte von Pierer. Zuletzt wurde mit 25 000 Mitarbeitern ein Geschäftsvolumen von 3,5 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Damit aber nicht nur Großunternehmen wie Siemens, sondern auch mehr Mittelständler in die Volksrepublik gehen, müsse es für alle Unternehmen Rechtssicherheit geben, forderte von Pierer. "Wenn ein Unternehmen wie Siemens von insgesamt 50 Joint-Ventures zehn in den Sand setzt, bedroht das nicht unsere Existenz, bei einem Mittelständler ist das anders." Der Siemens-Chef hoffe, dass die Volksrepublik auch alle Anforderungen des WTO-Beitritts umsetzen werde. Zuvor hatte Vize-Außenhandelsminister Zhang Xiang versichert, China werde alle Bedingungen - auch Rechtssicherheit und Patentschutz - erfüllen.

Entscheidend für ausländische Investoren ist nach Ansicht von Wirtschaftsminister Werner Müller auch, dass Unternehmen nicht nur auf den Schutz geistigen Eigentums, sondern auch auf Vertrauenschutz bei behördlichen Entscheidungen bauen können. Der Wirtschaftsminister forderte China außerdem auf, die Möglichkeiten der Finanzierung inländischer Infrastrukturprojekte durch private ausländische Finanzdienstleister zu verbessern. Denn China selbst werde die enormen Investitionen wohl kaum schultern können. Wie Xie Zhenhua, Leiter der staatlichen Umweltschutzbehörde sagte, will China in den kommenden Jahren auch die Investitionen im Umweltschutz beträchtlich erhöhen. "Sie haben die Technik wir haben den Markt", sagte er.

Die Öffnung des chinesischen Marktes bringt allerdings nicht nur Chancen, sondern auch Risiken mit sich, wie Daniel Foquet, Generalsekretär des Europäischen Institutes für Asien-Studien in Brüssel sagte. Durch die verstärkte ausländische Konkurrenz werde die Arbeitslosigkeit im Land stark zunehmen.

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