Wirtschaft : Siemens ernennt neue Manager

Berlin - In einem zweiten Anlauf hat Siemens am Donnerstag einen neuen Finanzchef für seine Industriesparte berufen. Der bisherige Leiter der Bilanzabteilung, Ralf Thomas, übernimmt den Posten am 1. Januar. Das teilte der Technologiekonzern in München mit. Die Neubesetzung war notwendig geworden, weil Siemens vor einer Woche die Ernennung von Hannes Apitzsch vorsorglich zurückgezogen hatte. Grund waren neue Erkenntnisse aus dem Nürnberger Ermittlungsverfahren um Schmiergeldzahlungen an die Arbeitnehmerorganisation AUB.

Der 46-jährige Thomas sei im Rahmen der Zertifizierung des Jahresabschlusses 2007 „umfänglich und ohne jede Beanstandung“ überprüft worden, teilte Siemens mit. Thomas wird damit Finanzchef des umsatzstärksten Sektors im Konzern. Siemens ernannte am Donnerstag auch die 15 Finanzchefs der Divisionen, in die sich die Sektoren Industrie, Energie und Gesundheit aufteilen. Die Posten seien alle mit internen Kandidaten besetzt worden, teilte Siemens mit. Die neue Konzernstruktur tritt zum 1. Januar in Kraft.

Die Bewältigung des Schmiergeldaffäre wird Siemens noch jahrelang beschäftigen. „Was wir wirklich tun müssen, ist, einen Kulturwandel zu verankern. Und das ist ein mehrjähriges Programm, so viel ist sicher“, sagte Konzernchef Peter Löscher dem „Handelsblatt“. Bei der Korruptionsbekämpfung werde die neue Struktur hilfreich sein. Löscher hatte Anfang der Woche bei der US-Börsenaufsicht SEC vorgesprochen. In den USA drohen Siemens wegen der Korruptionsaffäre schwere Strafen. Details aus dem Gespräch wollte Löscher nicht nennen.

Unterdessen laufen die Geschäfte weiter: Aus Dänemark erhielt der Konzern einen Auftrag zur Lieferung von 91 Windenergieanlagen. Zudem nahm Siemens in Irsching bei Ingolstadt den Testbetrieb der weltweit größten Gasturbine auf. Gebaut wurde sie im Werk in Berlin. vis

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