Wirtschaft : Siemens geht auf die IG Metall zu Positive Gespräche um Stellensicherung

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Nürnberg – Die Chancen für einen Erhalt bedrohter SiemensArbeitsplätze in Deutschland ist nach Ansicht der IG Metall gestiegen. Dies teilte die Gewerkschaft nach einem Spitzengespräch mit der Siemens-Führung in Nürnberg mit. Man sei trotz zahlreicher Hürden zuversichtlich, schon in den nächsten Wochen zu einer Rahmenvereinbarung über eine Standort- und Arbeitsplatzsicherung zu kommen, sagte der bayerische IG-Metall-Chef Werner Neugebauer. Bei Siemens war am Donnerstag keine Stellungnahme erhältlich.

Bereits vor einer Woche hatten sich die Parteien in Frankfurt am Main getroffen. Nach Angaben der IG Metall ist vereinbart worden, in drei Verhandlungskommissionen nach Detaillösungen für bedrohte Standorte der Siemens-Automatisierungstechnik, der Handy-Sparte und der Trafo-Herstellung zu suchen. Laut Neugebauer hat die Konzern-Führung bei dem Spitzentreffen den Erhalt von 3700 bedrohten Arbeitsplätzen in diesen drei Bereichen angeboten. Im Gegenzug müsste die IG Metall für 7200 Beschäftigte zu einer Lockerung der Tarifverträge bereit sein. Konkrete Forderungen habe die Siemens-Führung bei dem Gespräch nicht gestellt. Für 1200 weitere Siemens-Arbeitsplätze gebe es aber keine Alternative zu einem Abbau.

Bei den rund 19 000 Beschäftigten der künftig unter einem Dach zusammengefassten Bereiche Service und Vertrieb wolle die Siemens-Führung künftig den Tarifvertrag für die Siemens- Gebäudetechnik anwenden. Dies würde nach IG-Metall-Angaben neben Einschnitten beim Weihnachts- und Urlaubsgeld auch eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit von 35 auf 36,9 Stunden bedeuten. Eine Stunde davon solle zur Weiterqualifizierung genutzt werden können. Ein Termin für ein weiteres Spitzentreffen sei noch nicht vereinbart worden. Die Gewerkschaft will nach Neugebauers Worten keine Einigung um jeden Preis. dpa

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