Wirtschaft : Siemens gibt bei Umsatz und Gewinn kräftig Gas

MÜNCHEN (tmh).Die Siemens AG, Berlin/ München, hat ihre Schlagzahl im laufenden Geschäftsjahr 1998/99 (zum 30.September) erhöht.So stieg die um außerordentliche Effekte bereinigte Wachstumsrate für das Gewinn nach Steuern von zwölf Prozent im ersten auf 19 Prozent im zweiten Quartal, sagte eine Konzernsprecherin zur Veröffentlichung des Halbjahresergebnisses.Siemens sei "auf Kurs".Insgesamt verbesserte sich der Halbjahresgewinn damit um 17 Prozent auf 1,39 Mrd.DM.

Siemens machte damit bereits in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres mehr Gewinn als im gesamten Geschäftsjahr zuvor nach Sondereffekten.Das zeige, daß das durch Konzernchef Heinrich von Pierer ausgerufene Zehn-Punkte-Programm zur Ertragsverbesserung greife, begründete Siemens die zunehmende Profitabilität.Operativ laufe das Geschäft mit Mobiltelefonen nach der Einführung einer neuen Handy-Generation im Gegensatz zum Vorjahr mittlerweile "sehr erfolgreich".

Auch der letztjährige Verlustbringer Halbleiter, der demnächst an die Börse gehen soll, ist angesichts steigender Chip-Preise auf dem Weg der Besserung.Wie am Mittwoch bekanntgegeben wurde, wird Ulrich Schumacher, Vorstandschef des in die Tochter Infineon ausgegliederten Halbleiterbereichs, aus dem Zentralvorstand ausscheiden, um sich ganz der Aufgabe bei Infineon widmen zu können.

Detaillierte Ergebnisaussagen zu den Schwachstellen des Vorjahrs macht Siemens zum Halbjahr nicht.Die hauptsächlichen Sorgenkinder Halbleiter und Verkehrstechnik, die 1997/98 noch für rund zwei Mrd.DM Verlust gesorgt hatten, sollen ihre Defizite dieses Jahr zwar deutlich abbauen.Aber noch blieben sie in den roten Zahlen, hatte Siemens zuletzt erklärt.Die dritte Verlustsparte Energieerzeugung (KWU) arbeite inzwischen wieder profitabel.

Auch Umsatz und Auftragseingang legten weiter zu.Von Oktober bis März gingen Aufträge im Wert von gut 65 Mrd.DM ein, was konzernweit einem Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspreche und vor allem auf das Inlandsgeschäft zurückgehe.Der Umsatz wuchs zum Halbjahr vorwiegend im Ausland um 17 Prozent auf über 61 Mrd.DM.Wachstumsträger seien die Bereiche Halbleiter, Kraftfahrzeugtechnik, der noch defizitäre Bereich Siemens Business Services sowie Produktions- und Logistiksysteme.Die Investitionen sanken zum Halbjahr 1998/99 um fünf Prozent auf 3,5 Mrd.DM.

Trotz verbesserter Steigerungsraten hält Siemens an der Prognose fest, daß der Umsatz im gesamten Geschäftsjahr nur leicht über zehn Prozent und der Gewinn etwas stärker zulegen würden.Als Unsicherheitsfaktor der Ertragsentwicklung gilt allgemein der schwer prognostizierbare Preis für Speicherchips.Die Zahl der Mitarbeiter stieg im Ausland - bedingt durch Zukäufe - um zehn Prozent auf 244 000 Personen.Im Inland arbeiten unverändert 194 000 Siemensianer für den Elektrokonzern.Zu weiteren Details der Geschäftsentwicklung will sich Siemens am 17.Mai auf einer Pressekonferenz äußern.Die Börse reagierte gestern mit einem Kursanstieg.

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