Wirtschaft : Siemens: GPRS-Handys mit beschleunigtem Internetzugang

Der Siemens-Konzern beginnt im Juli mit dem Verkauf von GPRS-Mobiltelefonen für den leistungsstärkeren Internet-Zugang. In diesem Bereich wolle Siemens zu einem der drei führenden Handy-Hersteller der Welt werden, sagte George Boulloy von der Siemens-Sparte Information and Communication Mobile am Mittwoch in Hannover. Derzeit ist Siemens der viertgrößte Mobiltelefon-Hersteller der Welt. Ab dem zweiten Halbjahr 2002 will Siemens dann Mobiltelefone für den neuen UMTS-Standard anbieten. Die UTMS-Technologie werde aber nur dann erfolgreich sein, wenn sich zuvor auch GPRS als Erfolg herausstelle. "GPRS ist der Ausgangspunkt", sagte Boulloy.

GPRS steht für General Packet Radio Services und bietet einen Hochgeschwindigkeits-Internetzugang. Mit Hilfe dieser Technologie kann über Mobiltelefone auf das Internet und auf WAP-Seiten schneller als bisher zugegriffen werden. GPRS wird als Vorstufe zur UMTS-Technologie gesehen, die in den nächsten Jahren den mobilen Zugriff auf das Internet und den Datentransfer über Handys noch stärker beschleunigen soll. Die UMTS-Technologie gilt bei Branchenexperten als lukrative Einnahmequelle für Telekommunikationskonzerne.

Für Juli des laufenden Jahres plant Siemens nach eigenen Angaben den Verkaufsstart seiner neuen internetfähigen GPRS-Mobiltelefone. Das Gerät mit dem Namen "S45" werde sowohl WAP-unterstützte Dienste wie elektronisches Einkaufen oder Online-Banking als auch den schnellen Internetzugang bieten. Branchenführer Nokia will nach eigenen Angaben GPRS-Handys ab dem dritten Quartal des laufenden Jahres anbieten. Der US-Konkurrent Motorola hat solche Mobiltelefone bereits seit Jahresbeginn im Programm.

Eine Absatzprognose für die GPRS-Mobiltelefone wollte Siemens nicht geben. Die Absatzzahl hänge sehr stark von der Entwicklung bei den Mobilfunkbetreibern ab. Siemens arbeite aber daran, "aggressiv unter den führenden drei Anbietern von GPRS-Mobiltelefonen zu sein". An der Börse gehörte die Siemens-Aktie am Mittwoch bei schlechtem Umfeld zusammen mit anderen Technologieaktien zu den größten Verlierern. Bis zum Nachmittag verbuchte die Aktie einen Rückgang von rund fünf Prozent.

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