Wirtschaft : Siemens hält Mehrheit an VA Tech Kartellbehörden haben jetzt das letzte Wort

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Wien Die Übernahme der österreichischen Industriegesellschaft VA Tech durch Siemens ist ein Stück voran gekommen: Beide Unternehmen teilten mit, dass Siemens nach Auslaufen des Übernahmeangebots in der Nacht zum Donnerstag im Besitz von mehr als 90 Prozent der Aktien sei. Für die vollständige Übernahme bezahlt Siemens knapp eine Milliarde Euro. Nun müssen noch die Kartellbehörden in den betroffenen Ländern das Vorhaben genehmigen. Siemens erwartet nach eigenen Angaben eine intensive Prüfung. Der ehemalige Siemens-Chef Heinrich von Pierer hatte bereits vor Wochen nicht ausgeschlossen, dass Siemens sich von einigen Teilen des österreichischen Unternehmens trennen wird, um möglichen Auflagen der Kartellbehörden Genüge zu leisten.

Konkret geht es dabei um Bereiche in der Wasserkraft- und Stahlwerketechnik. Die EU-Kommission hatte im Vorfeld der erwarteten Übernahme Konkurrenten angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten. Die Antworten fielen offenbar kritisch aus. Die EU-Wettbewerbskommission jedenfalls hat sich zu einer vertieften Prüfung entschlossen.

Zu den angeschriebenen Firmen gehört auch der französische Industriekonzern Alstom. Ein Alstom-Sprecher erklärte allerdings, der Konzern habe keine Beschwerde bei der EU angemeldet. Alstom ist genau wie Siemens und VA Tech im Bereich der Stromgewinnung aus Wasserkraft tätig. Auch die deutsche SMS Gruppe ist von der EU angeschrieben worden. SMS erzielt ein Großteil seines Umsatzes in der Stahlwerketechnik, wo Siemens und VA Tech ebenfalls tätig sind.

Siemens erwartet spätestens bis zum 20. Juli eine Entscheidung. Der Zeitpunkt der Freigabe liegt aber im Ermessen der Kartellbehörden. Erst dann kann die Übernahme engültig vollzogen und VA Tech – die mit vier Milliarden Euro Umsatz und 17000 Mitarbeitern der größte österreichische Technologiekonzern ist –von der Börse genommen werden. oli/HB

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