Wirtschaft : Siemens: Interview: "Noch ist keine Trendwende zu erkennen"

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Der Kurs der Siemens-Aktie legte heute trotz der roten Zahlen ein wenig zu. Ist das Schlimmste überstanden?

Die Frage ist, ob sich die hohen Abschreibungen auf der Mobilfunkseite von 790 Millionen Euro allein auf das dritte Quartal beziehen. Das wäre erschreckend. Ursprünglich hatte Siemens erklärt, in den kommenden neun Monaten 250 Millionen Euro pro Quartal abzuschreiben - das wäre in Ordnung. Als Damoklesschwert bleibt aber in jedem Fall, dass noch keine Personalrückstellungen gebildet worden sind.

Wer waren die großen Verlustbringer im Unternehmen?

Mit Netzwerken verdiente Siemens im Vorjahresquartal noch 133 Millionen Euro, dieses Jahr wurden 563 Millionen Euro Miese verbucht. Im Mobilfunk sieht es ähnlich aus. In dieser Heftigkeit gab es das noch nie. Jetzt versuchen die Anleger, alle schlechten Nachrichten in den Aktienkurs reinzustecken, um danach beruhigter in die Zukunft blicken zu können.

Der Aktienkurs hat sich binnen eines Jahres halbiert. Hat Siemens endgültig seinen Ruf als solides Investment verloren?

Gemessen am Neuen Markt sieht die Entwicklung noch gut aus. Im Ernst: Aufgrund der Infineon-Beteiligung und der Mobilfunksparte ist Siemens kein sicheres Investment - auch wenn manche Analysten die Aktie relativ unbesorgt empfohlen haben. Es gab aber durchaus Sparten wie den Kraftwerkbereich und die Medizintechnologie, die gut gelaufen sind. Sie sind der Grund, dass Siemens lange als sicherer Hafen unter den Technologieaktien gesehen wurde.

Ist die Aktie jetzt dennoch ein Kauf?

Wenn Siemens nächstes Jahr die angestrebten Zahlen liefert, muss man die Siemens-Aktie jetzt haben. Noch ist kein Turnaround zu erkennen. Und mit den neuen Zahlen ist die Aktie alles andere als günstig. Erst mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis zwischen zehn und 20 erreicht das Papier Kaufniveau.

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