Wirtschaft : Siemens nennt am Dienstag Details zu Stellenabbau

München - Die Siemens-Beschäftigten müssen bis kommenden Dienstag auf Details zum Stellenabbau bei dem Konzern warten. Nach Beratungen im Wirtschaftsausschuss am 7. und 8. Juli will Siemens im Anschluss die Pläne bekanntgeben.Weltweit sollen geplante Einsparungen von 1,2 Milliarden Euro in Verwaltung und Vertrieb dem Vernehmen nach mehr als 17 000 Arbeitsplätze kosten, davon 6450 in Deutschland. Weder der Konzern noch die IG Metall haben dies aber bisher bestätigt. Siemens-Chef Peter Löscher verteidigte die Einschnitte am Mittwoch. „Wir sehen erste Wolken am Konjunkturhimmel und machen Siemens deshalb jetzt wetterfest“, erklärte er.

Derweil hat die Staatsanwaltschaft in der Affäre um Schmiergeldzahlungen an die Arbeitnehmerorganisation AUB Anklage gegen den Ex-Konzernvorstand Johannes Feldmayer erhoben. Das erfuhr das „Handelsblatt“ aus Justizkreisen. Auch angeklagt ist der frühere AUB-Gründer Wilhelm Schelsky. Die Anklageerhebung gegen die Verdächtigen soll in den nächsten Tagen verkündet werden.

Die Schmiergeldzahlungen an die AUB sind neben dem Skandal um Korruption die zweite Affäre, die seit Monaten den Konzern erschüttert. Er soll die AUB über Jahre mit insgesamt 34 Millionen Euro alimentiert haben, um ein Gegengewicht zur IG Metall zu schaffen. Schelsky hat die Vorwürfe in einem Interview bereits teilweise eingeräumt: „Ich war verdeckt als Lobbyist für Siemens tätig. Es gab einen klaren Auftrag aus der Konzernspitze. Der Plan kam aus dem Zentralvorstand.“

Die Vorwürfe richten sich vor allem gegen Feldmayer. Der Ex-Zentralvorstand soll einen Beratervertrag mit Schelsky unterzeichnet haben. Die Unterlagen ließ er sich laut Branchenkreisen an seine Privatadresse schicken. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Untreue vor, Schelsky Beihilfe.

Der AUB-Gründer sitzt in U-Haft, Feldmayer kam gegen Zahlung einer Kaution nach kurzzeitiger Inhaftierung auf freien Fuß. Feldmayers Anwalt war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Der Nürnberger Richter Andreas Quentin wollte die Anklagen weder bestätigen noch dementieren. HB/dpa

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