Wirtschaft : Siemens rechnet wieder mit ICN

Verlustreiche Netzwerksparte erwartet schon bald Gewinne

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München (nad). Der Technologiekonzern Siemens macht deutliche Fortschritte bei der Sanierung seiner verlustreichen Netzwerksparte ICN. Der Vorstandschef der Sparte, Thomas Ganswindt, sagte der „Financial Times Deutschland“, die Sparte stehe in den USA unmittelbar vor der Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Mit einem Umsatzanteil von 14 Prozent sind die USA nach Deutschland der zweitwichtigste Markt für ICN.

Auf der Hauptversammlung Ende Januar hatte Konzernchef Heinrich von Pierer gesagt, die Netzwerksparte solle im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2002/03 (30.9.) wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Die Netzwerksparte ist das größte Sorgenkind der Münchener: Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres war der operative Verlust von 124 Millionen Euro im Vorjahr auf 151 Millionen Euro gestiegen. Von der Vorgabe, bis zum Ende des Geschäftsjahres 2003/04 eine Rendite von acht bis elf Prozent zu erwirtschaften, ist ICN weit entfernt: Im ersten Quartal betrug die Rendite minus 8,4 Prozent. Der Konzern hat bei ICN bereits 16000 Arbeitsplätze gestrichen. Weitere 4000 sollen folgen. Für Thomas Ganswindt steht einiges auf dem Spiel: Er gilt als einer der aussichtsreichsten Nachfolger von Konzernchef von Pierer.

Hart durchgreifen will Siemens auch bei seiner Mobilfunksparte ICM. Wenn der Markt für mobile Netze stärker als um die erwarteten fünf bis zehn Prozent einbrechen werde, sei ein weiterer Stellenabbau bei ICM nicht ausgeschlossen, sagte Bereichsvorstand Rudi Lamprecht dem Handelsblatt. Nach derzeitigem Stand bleibe es aber bei den angekündigten 4000 Stellen, die 2002 und 2003 in der MobilnetzSparte gestrichen werden müssten. Auch ICM ist bei der Rendite noch weit von den vorgegebenen acht bis elf Prozent entfernt. Im ersten Quartal 2003/03 erreichte ICM nur 2,1 Prozent.

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