Wirtschaft : Siemens schließt in Prag

Deutsches Bahntechnik-Werk bleibt erhalten

München - Im Ringen um den Abbau von weltweit knapp 17 000 Stellen bei Siemens steht zumindest die heimische Belegschaft vor einem ersten Teilerfolg. Denn in der Krisensparte Mobility (Bahntechnik) zeigt sich das Management nun bereit, auf die Schließung eines deutschen Standorts zu verzichten und stattdessen das Werk in Prag mit rund 1000 Beschäftigten zu verkaufen oder dichtzumachen. „Prag ist in der Überlegung“, heißt es aus dem Umfeld der Beratungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite. Entschieden sei aber noch nichts, weil es weiterhin offene Streitpunkte gebe. Offiziell wollen sich weder Siemens noch die IG Metall oder Betriebsräte zum Verhandlungsstand äußern.

Letztere kommen diese Woche zu einem viertägigen Treffen in Krefeld zusammen, zu dem auch Siemens-Personalchef Siegfried Russwurm mit neuen Details zum geplanten Abbau von hierzulande über 5200 Stellen erwartet wird. Am Mittwoch will die Belegschaft am Standort Erlangen protestieren, der mit dem Abbau von 1350 Stellen voraussichtlich am härtesten getroffen wird.

Während es beim geplanten Abbau in Verwaltung und Vertrieb flächendeckend viele heimische Standorte treffen soll, ist die Situation in der Bahntechnik, wo Siemens allein in den Werken 1800 Arbeitsplätze streichen will, unübersichtlich. Konzernchef Peter Löscher bemängelt dortige Überkapazitäten in den gesättigten Märkten Europas, zersplitterte Strukturen und ständige Krisenprojekte, was bislang vor allem in den deutschen Fabriken für Existenzangst gesorgt hat. tmh

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