Siemens-Skandal : Kleinfeld verspricht Aufklärung

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hat den Aktionären zum Auftakt der Hauptversammlung in München eine vollständige Aufklärung der Schmiergeldaffäre zugesagt.

München - Einzelne aktive und ehemalige Siemens-Mitarbeiter hätten sich ungesetzlich verhalten, sagte Kleinfeld. "Als ich davon erfahren habe, war ich zunächst fassungslos." Für unsaubere Geschäftspraktiken gebe es keinen Platz bei Siemens. Der Konzern wolle nun die Krise als Chance nutzen und zum Vorbild werden. Siemens geht davon aus, dass in den vergangenen Jahren bis zu 420 Millionen Euro in schwarze Kassen geflossen sind.

Der Siemens-Aufsichtsratsvorsitzende Heinrich von Pierer hatte sich zu Beginn der Hauptversammlung bei den Aktionären wegen des Skandals entschuldigt. Er sei bei seinem Ausscheiden als Konzernchef vor zwei Jahren davon ausgegangen, alles getan zu haben, um solche Vorfälle bei Siemens in Zukunft zu verhindern. "Ich bedaure zutiefst, dass dies offenbar nicht in ausreichender Weise gelungen ist."

Von Pierer kündigte an, dass die Entlastung der von der Staatsanwaltschaft München I in der Affäre belasteten ehemaligen Vorstände Heinz-Joachim Neubürger und Thomas Ganswindt durch die Hauptversammlung vertagt werden soll. Dennoch forderte er, für jeden Verdächtigen bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung gelten zu lassen. (tso/dpa/AFP)

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