Wirtschaft : Siemens startet Ausbildungsoffensive

Neue Berufe mit zukunftsträchtigen Inhalten / Wechsel auch im Vorstand?

MÜNCHEN (tmh).Mit völlig neuen Berufen, wie dem eines Mechatronikers, startet die Siemens AG, München/Berlin, im Herbst in eine Ausbildungsoffensive.Da Altberufe wie klassische Monteure oder Werkzeugmacher auf dem absteigenden Ast sind, füllt der Elektrokonzern als einer der größten Industrieausbilder Deutschlands seine Ausbildung mit zukunftsträchtigen Inhalten, sagte Personalmanager Günter Goth am Montag in München. Fünf neue Berufe, darunter Mechatroniker als Mischung von Mechaniker und Elektroniker, werden im Herbst 1997 eingeführt.Fünf weitere folgen 1998.Diese neuen Berufe sollen dazu führen, daß Siemens das eigene Ausbildungsniveau entgegen der industrieweiten Tendenz bis zum Jahr 2000 "mindestens konstant" hält.1997 stellt der Konzern in Deutschland 2600 Auszubildende ein und fördert weitere 100 über Verbandsinitiativen.Bislang werden aber weit weniger als zwei Drittel aller Lehrlinge übernommen, was sich mit den neuen Berufen verbessern soll.1997 entfallen darauf 200 Lehrstellen.1998 sollen es schon 600 sein.Insgesamt seien gut 10 000 Mitarbeiter in Ausbildung, was gemessen am Personalstand einer seit Jahren konstanten Quote von fünf Prozent entspreche und rund 300 Mill.DM koste.Da die Geschäfte und Märkte von Siemens einem immer stärkeren Wandel unterworfen seien, müsse die Ausbildung mitziehen, begründete Goth das Ausbildungsmodell. Über das reine naturwissenschaftliche Fachwissen hinaus müssen die Siemensianer der Zukunft ökonomisches Verständnis und Teamfähigkeit entwickeln sowie Entscheidungsbereitschaft lernen.Künftig fordere die Wirtschaft weniger Spezialisten und Facharbeiter und immer mehr fachübergreifende Wissensträger.Zu den höheren Anforderungen zählt Siemens auch verstärkt Fremdsprachenkenntnisse.Steigen sollen auch die praktischen Anteile der Siemens-Ausbildung und der Umgang mit Software.Mehr Chancen, bei Siemens eine Lehrstelle zu erhalten, haben allgemein Hochschulabsolventen.Ihr Anteil am Personal ist seit 1970 von zehn auf 28 Prozent gestiegen und dürfte binnen zehn bis 15 Jahren auf ein Drittel anwachsen.Der Anteil von Angelernten und Facharbeitern sank parallel von 63 auf 38 Prozent.In diesem Zusammenhang zeigte sich Goth besorgt über den aktuellen Rückgang bei Studenten in naturwissenschaftlichen oder Ingenieursfächern.Wenn dieser Trend anhalte, könne das in Deutschland in Zukunft industrieweit zu Personalproblemen führen.Noch sei die Qualifikation der Mitarbeiter aber ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil für Siemens und die deutsche Wirtschaft. Wandeln könnte sich das Siemens-Personal demnächst auch am oberen Ende der Hierarchie.Meldungen über ein bevorstehendes Ausscheiden der Vorstände Werner Maly (Personal), Karl-Heinz Baumann (Finanzen) und Walter Kunerth (Technik) bezeichnete ein Konzernsprecher vorerst als "Spekulation".Falls es Veränderungen im Vorstand gebe, würden die am 16.Juli nach einer Aufsichtsratssitzung bekanntgegeben.Altersbedingt erscheint zumindest ein Ausscheiden von Baumann und Maly als wahrscheinlich, während ein Ersetzen von Kunerth angeblich durch Peter Pribilla einen vorzeitigen Wechsel bedeuten würde.Russen wollen möglichst bald Versorgungsraumschiff zur Mir schicken Moskau (dpa) - Rußland will bald ein Versorgungsraumschiff zur havarierten Raumstation Mir schicken.Ein genauer Termin stehe noch nicht fest, aber der Start von Progress M-35 sei binnen zehn Tagen zu erwarten, sagte eine Sprecherin der Flugleitzentrale bei Moskau am Freitag auf Anfrage.Die Progress M-35 werde Reparaturmaterial zur Station bringen, mit dem die Folgen der Kollision mit dem unbemannten Transportraumschiff M-34 behoben werden sollen.US-Astronaut Michael Foale, der durch die Kollision seine persönliche Habe verloren hat, wünschte sich auch dringend Zahnputzzeug, neue Schuhe, einen Rasierapparat und einen Erste-Hilfe-Kasten. Bei dem bisher schwersten Unfall auf der Mir hatte Progress M-34 die elf Jahre alte Mir gerammt und ein Loch in die Außenhaut gerissen.Außerdem wurden die vier Sonnensegel des Spektr-Moduls lahmgelegt, die rund 30 Prozent des auf der Station benötigten Stroms lieferten.In dem Modul, das abgeschottet werden mußte, befand sich auch Foales Schlafraum.Nach Informationen des Fernsehsenders NTW soll es zu dem Unfall gekommen sein, weil das mißglückte Andockmanöver ohne Geschwindigkeitsmesser gefahren wurde.Die Flugleitzentrale dementierte diesen Bericht auf Anfrage. Die Position der Mir wurde am Freitag erneut verändert, damit die unbeschädigten Sonnenkollektoren mehr Strom produzieren.Trotzdem sei die Energieversorgung noch zu gering, meldete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das russische Raumfahrtzentrum.Die Mir war durch den Aufprall der eineinhalb Tonnen schweren Progress aus seiner ursprünglichen Position gestoßen worden.Eine erste Korrektur war am Donnerstag vorgenommen worden.Für die Positionskorrektur mit Hilfe von Antriebsdüsen seien 70 von insgesamt 500 Kilogramm Treibstoff verbraucht worden. Foale und seinen russischen Kollegen Wassili Ziblijew und Alexander Lasutkin ging es nach Angaben der Flugleitzentrale gut.dpa ro hf Russen wollen möglichst bald Versorgungsraumschiff zur Mir schicken Moskau (dpa) - Rußland will bald ein Versorgungsraumschiff zur havarierten Raumstation Mir schicken.Ein genauer Termin stehe noch nicht fest, aber der Start von Progress M-35 sei binnen zehn Tagen zu erwarten, sagte eine Sprecherin der Flugleitzentrale bei Moskau am Freitag auf Anfrage.Die Progress M-35 werde Reparaturmaterial zur Station bringen, mit dem die Folgen der Kollision mit dem unbemannten Transportraumschiff M-34 behoben werden sollen.US-Astronaut Michael Foale, der durch die Kollision seine persönliche Habe verloren hat, wünschte sich auch dringend Zahnputzzeug, neue Schuhe, einen Rasierapparat und einen Erste-Hilfe-Kasten. Bei dem bisher schwersten Unfall auf der Mir hatte Progress M-34 die elf Jahre alte Mir gerammt und ein Loch in die Außenhaut gerissen.Außerdem wurden die vier Sonnensegel des Spektr-Moduls lahmgelegt, die rund 30 Prozent des auf der Station benötigten Stroms lieferten.In dem Modul, das abgeschottet werden mußte, befand sich auch Foales Schlafraum.Nach Informationen des Fernsehsenders NTW soll es zu dem Unfall gekommen sein, weil das mißglückte Andockmanöver ohne Geschwindigkeitsmesser gefahren wurde.Die Flugleitzentrale dementierte diesen Bericht auf Anfrage. Die Position der Mir wurde am Freitag erneut verändert, damit die unbeschädigten Sonnenkollektoren mehr Strom produzieren.Trotzdem sei die Energieversorgung noch zu gering, meldete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das russische Raumfahrtzentrum.Die Mir war durch den Aufprall der eineinhalb Tonnen schweren Progress aus seiner ursprünglichen Position gestoßen worden.Eine erste Korrektur war am Donnerstag vorgenommen worden.Für die Positionskorrektur mit Hilfe von Antriebsdüsen seien 70 von insgesamt 500 Kilogramm Treibstoff verbraucht worden. Foale und seinen russischen Kollegen Wassili Ziblijew und Alexander Lasutkin ging es nach Angaben der Flugleitzentrale gut.dpa ro hf

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben