Wirtschaft : Siemens-Werk in Berlin droht Schließung

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Berlin Waschmaschinen aus Spandau wird es künftig mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr geben. Der Aufsichtsrat der BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH werde am heutigen Mittwoch nach seiner Sitzung „mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit“ die Schließung der Waschmaschinenfertigung bekannt geben, sagte Luis Sergio von der IG Metall, dem Tagesspiegel am Dienstag. Auch eine Schließung des Gesamtwerkes, in dem seit 1953 produziert wird, sei über kurz oder lang nicht ausgeschlossen. Wann die erwartete Schließung umgesetzt werde, sei nicht bekannt. Für Mittwochnachmittag hat das Kontrollgremium nach Angaben des Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Günger Demirci bereits eine Belegschaftsversammlung angesetzt.

Von einer Schließung der Fertigung wären rund 650 der insgesamt 1100 Arbeitsplätze betroffen. Demirci geht davon aus, dass auf Dauer auch die übrigen rund 400 Arbeitsplätze in der Entwicklung nicht in Berlin zu halten wären. „Das ist eine Salamitaktik“, schimpfte er. „Eine Entwicklungsabteilung ohne Fertigung macht keinen Sinn – das wäre das Ende des Spandauer Werks.“

Auf das Angebot der Belegschaft, die Arbeitszeit von derzeit 35 Stunden pro Woche ohne Lohnausgleich auf 40 Stunden pro Woche zu erhöhen, habe das Unternehmen nicht reagiert, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende. Die Arbeitskosten hätten durch diese und andere Maßnahmen um „elf bis zwölf Millionen Euro“ gesenkt werden können. IG-Metall-Vertreter Sergio geht davon aus, dass die Waschmaschinenfertigung künftig ins Werk nach Nauen verlegt wird. Dies sei der einzige nicht tarifgebundene Betrieb im Unternehmen, wo schon jetzt die 40-Stunden-Woche gelte. Und das Werk Nauen müsse stärker ausgelastet werden, ansonsten drohe hier die Schließung.pet

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