Wirtschaft : Signal gegen schlechte Stimmung

Carsten Brönstrup

Das Land ist wie erstarrt. Die Wirtschaft kommt nicht von der Stelle, die Arbeitslosigkeit wird nicht weniger, die Schulden wachsen. Doch trotz der Misere mag sich die Bundesregierung wirtschaftspolitisch nicht rühren. Für Konjunkturprogramme fehlt ihr das Geld, für Strukturreformen ein knappes Jahr vor den Wahlen der Mut. Ist Deutschland einer drohenden Rezession also hilflos ausgeliefert, kann niemand etwas tun?

Doch. Pessimismus bei Unternehmen und Verbrauchern ist ein wichtiger Grund für die momentane Krise. Was fehlt, ist ein Signal gegen die schlechte Stimmung und die Erstarrung. Ein solches wäre zum Beispiel die Abschaffung des Ladenschluss-Gesetzes. Der Erfolg der langen Shopping-Nacht in Berlin am vergangenen Wochenende zeigt, was Verbraucher und Einzelhändler wollen: dann kaufen und verkaufen, wann sie es für richtig halten. Wenn Einkaufen zu einem Ereignis gemacht wird, sitzt den Verbrauchern offenbar auch das Geld lockerer.

Längere Öffnungszeiten würden zwar weder Millionen von neuen Arbeitsplätzen im Handel noch milliardenschwere Umsatzsteigerungen bringen - das gestehen selbst die liberalsten Verfechter des unbeschränkten Einkaufs zu. Und doch könnte die Abschaffung der Regelung der Einzelhandels-Branche einen neuen Impuls geben - denn die Aussichten sind mehr als düster. Die Freigabe wäre außerdem ein Beweis dafür, dass der Regierung von Kanzler Gerhard Schröder Flexibilität und Veränderung eben doch wichtig sind, dass Stillhalte-Abkommen mit den Gewerkschaften nicht dazu taugen, das Land zukunftsfähig zu machen.

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