Silicon Valley am Stadtschloss : Hochschule ESMT fördert Start-ups

Die Berliner Privathochschule ESMT will Start-ups, Wissenschaftler und Konzerne besser miteinander vernetzen. Sie hat deshalb ein Gründerzentrum ins Leben gerufen.

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Die European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin will künftig Start-ups und Konzerne vernetzen.
Die European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin will künftig Start-ups und Konzerne vernetzen.Foto: pa/obs

Ein bescheidener Start soll es nicht sein. Mitten in Berlin, gegenüber der Schlossbaustelle entsteht der europäische „Gegenentwurf zum Silicon Valley“, sagt Benjamin Rohé. Er sitzt im vierten Stock eines schmucklosen Plattenbaus auf dem Gelände der ESMT-Hochschule und leitet das German Tech Entrepreneurship Center (GTEC). Früher befand sich hier die Eingabestelle des DDR-Staatsrates. Und Ideen sind dort auch künftig wieder gefragt. Mit dem Unterschied, dass sie nicht ungelesen im Papierkorb landen sollen. Die drei Start-ups, die hier vorerst einziehen werden, treffen nicht nur auf Wissenschaftler, sondern auch auf Henkel und RWE.

Die Start-ups sollen den Konzernen helfen, innovativer zu werden

Beide Konzerne gehören wie die Stiftungen Sigmund Kiener und Globumbus, die Wirtschaftskanzlei Noerr sowie die ESMT zu den Trägern. „Wir wollen nicht den 20. Inkubator aufmachen“, sagt Inken Braunschmidt, die die Innovationsabteilung bei RWE leitet. Das Besondere an GTEC sei, dass die Geschäftsmodelle der Gründer eben nicht zu denen der Großunternehmen passen müssten. „Wir wollen sehen, was außerhalb unserer Wertschöpfungskette entsteht.“ Das universitäre und internationale Umfeld – 80 Prozent der Absolventen kommen nach Angaben der ESMT aus dem Ausland – machten den Campus zum idealen Standort.

Umgekehrt erhalten die Jungunternehmer Chancen, die sonst nur Konzerne haben, wie Paolo Bavaj betont. Er kümmert sich bei Henkel um neue Geschäftsfelder. „Wesentlich für die Start-ups ist der Zugang zu unseren Kunden und zu unserer Infrastruktur.“ Wenn ein Gründer Produkte in China erproben will, habe Henkel einen Kontakt. Braucht er ein Labor, könne er auf den Konzernsitz Düsseldorf zurückgreifen. Geld hingegen sei nicht wesentlich, sagt er. Über den Etat von GTEC schweigen sich dann auch alle Beteiligten aus. Das Programm sei solide finanziert. Bei der Einrichtung jedenfalls setzen die Geldgeber auf einfach. Die Tische sind Tischtennisplatten, es riecht nach DDR. „Die Gründer sollen hier gerne arbeiten“, sagt Rohé. „Aber GTEC soll auch keine Dauerlösung für sie sein.“

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