Simyo-Chef Hansen : „Die Telekom wird viel Geld in die Hand nehmen müssen“

Der Gründer des Mobilfunkanbieters Simyo, Rolf Hansen, über die Billigmarke Congstar, mit der die Telekom sich am Markt behaupten.

Herr Hansen, mit Congstar will die Telekom Kunden gewinnen, die sonst wohl nicht zur Telekom gehen würden. Macht Congstar Ihnen jetzt das Leben schwer?

Wir sind guter Dinge, dass wir unser Geschäft unverändert weiterführen können. Ich erwarte keine negativen Effekte durch Congstar. Etwas wirklich Neues sehe ich nicht. Für Telekom-Kunden ist die Abschaffung langer Vertragslaufzeiten eine Innovation, aber für den Markt ist sie das nicht.

Wird Congstar den Markt verändern?

Im Mobilfunk ist der Markt weitgehend gesättigt. Hier kann man Kunden nur noch von den Wettbewerbern gewinnen. Die Telekom wird extrem viel Geld in die Hand nehmen müssen, um die Marke bekannt zu machen. Es wird schwer für sie werden, einen signifikanten Marktanteil zu erreichen.

Woher werden die Kunden kommen?

Die Kunden werden zu 40 Prozent oder mehr von der Telekom kommen, denn so ist der Markt aufgeteilt. Ich glaube nicht, dass Leute von Simyo zu Congstar wechseln werden. Außerhalb der Flatrates ist ein Minutenpreis von 19 Cent teuer.

Congstar will bis zum Jahr 2010 eine Milliarde Umsatz erzielen. Ist das machbar?

Ich halte das für ein sehr ambitioniertes Ziel. Heute liegt der Durchschnittsumsatz eines Handykunden auf dem deutschen Markt bei etwa 25 Euro im Monat. Wenn es 2010 mit DSL zusammen noch 30 Euro sind, wäre das schon viel. Das würde bedeuten, dass Congstar bis dahin mehr als drei Millionen Kunden haben müsste. Natürlich kann man Kunden kaufen – die Frage ist nur, wie teuer es wird.

Die Telekom will vor allem junge Kunden ansprechen.

Ich bezweifle, dass die Marke richtig positioniert ist. Smart-Shopper, also Leute, die sich immer die besten Angebote raussuchen und auch im Internet einkaufen, sind nicht nur die jungen Kids.

Wie groß ist die Gruppe der Kunden, die zu den Discountern wechseln?

Ich schätze, dass die Discounter derzeit etwa 5,5 bis sechs Millionen Kunden haben. Bis 2010 könnte diese Zahl auf zwölf bis 15 Millionen steigen. Es gibt also noch Raum für weiteres Wachstum.

Gibt es auch Raum für Preissenkungen?

Den sehe ich derzeit nicht. Unter den gegebenen Preisen, zu denen wir einkaufen, gibt es keinen Spielraum nach unten.

Viele Wettbewerber – auch Congstar – bieten Mobilfunk und DSL aus einer Hand an. Wann kommt Simyo mit DSL?

Ich schließe nicht aus, dass wir unser Angebot um DSL erweitern. Im Moment konzentrieren wie uns aber auf Mobilfunk und bauen das Thema mobiles Internet mit günstigen Datentarifen weiter aus.

Das Gespräch führte Corinna Visser.

Rolf Hansen, Chef von Simyo, gründete

im Jahr 2005 den

ersten Discounter

im deutschen

Mobilfunkmarkt. Die Discounter lösten

einen dramatischen Preisverfall aus.

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