Sindelfingen : Daimler gibt Jobgarantie bis 2020

Der vom Daimler-Vorstand beschlossene Abzug der C-Klassen-Produktion aus dem Werk Sindelfingen wird mit einer Jobgarantie für die Beschäftigten bis 2020 verbunden.

314002_0_e863643d.jpg
Foto: ddp

Berlin - Nach der am Donnerstag vorgestellten Vereinbarung „Sindelfingen 2020“ zwischen Vorstand und Betriebsrat sind betriebsbedingte Kündigungen für die 37 000 Beschäftigten in den nächsten zehn Jahren ausgeschlossen. Die Zahl der Mitarbeiter, die in dem Produktionswerk in Altersteilzeit gehen wollen, soll bis zum Jahr 2015 nicht mehr begrenzt werden.

Außerdem sollen 2700 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, etwa in der internen Fertigung von Werkzeugen sowie von Sitzen für alle in Sindelfingen gebauten Fahrzeuge, die bislang von Zulieferern kamen. Zudem soll ein Kompetenzzentrum für den Leichtbau (Karosserieteile) aufgebaut werden. Ferner sollen Ersatzarbeitsplätze beim Einbau von Hybridantrieben entstehen.

Der Daimler-Vorstand hatte beschlossen, die kleinen Mercedes-Benz-Limousinen der C-Klasse von 2014 an in Bremen und im US-Werk Tuscaloosa zu produzieren. Der Betriebsrat sah bis zu 3000 Stellen in Gefahr. Die C-Klasse ist das am meisten verkaufte Mercedes-Modell. In Sindelfingen werden künftig Fahrzeuge der Mercedes-Oberklasse, also die S- und E-Klasse einschließlich abgeleiteter Modellvarianten produziert. Weltweit arbeiten bei Daimler etwa 257 000 Mitarbeiter, davon 163 500 in Deutschland.

„Wir sind froh, dass wir trotz der aus unserer Sicht falschen Entscheidung des Vorstands die Arbeitsplätze in Sindelfingen über einen so langen Zeitraum sichern konnten“, teilte Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm mit. „Wir werden ausreichend Arbeitsplätze für alle haben“, sagte er. Der baden-württembergische IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann begrüßte die Vereinbarung. „Noch vor wenigen Tagen war dieses Ergebnis nicht erkennbar. Ohne den Druck der Belegschaft hätten Betriebsrat und IG Metall dieses Ergebnis so wahrscheinlich nicht erreicht.“

Daimler-Chef Dieter Zetsche verteidigte die Neuausrichtung der C- Klasse als wichtige strategische Weichenstellung. Diese Entscheidung sowie das neue Werk für Kompaktfahrzeuge in Ungarn seien „das beste Mittel, um nachhaltig Arbeitsplätze am Standort Deutschland zu sichern“. Einen ähnlich umfangreichen Beschäftigungspakt wie in Sindelfingen kann sich der Daimler-Vorstand an anderen Standorten nicht vorstellen. „Ich sehe keine Anlass und keinen Grund, die Beschäftigungsgarantie auf andere Werke zu übertragen“, sagte Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth am Donnerstag. mot

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben