Wirtschaft : Sinkende Umsätze im Versandhandel

Die deutschen Versandhändler blicken nach Umsatzrückgängen im Jahr 2001 verhalten in die Zukunft. Nach einem "katastrophalen" Januar-Geschäft gebe es inzwischen wieder Anzeichen für eine Besserung, sagte der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels (BVH), Klaus Wirth, am Montag in Frankfurt. Die schwache Binnenkonjunktur hatte den Umsatz der Branche im vergangenen Jahr um 2,4 Prozent auf 20,4 Milliarden Euro sinken lassen. Der Verband glaubt, dass dieser Wert im laufenden Jahr gehalten werden kann.

Zu Beginn 2002 waren der BHV noch von einem Umsatzwachstum von 2,5 Prozent ausgegangen. "Dass die Entwicklung im Januar so katastrophal ist, damit hätte in der Branche niemand gerechnet", sagte der Vorstandsvorsitzende des Versandhändlers Schwab, Rolf Schäfer. Der BVH sieht die Euro-Umstellung als Grund für die Kaufzurückhaltung der Kunden.

Besonders stark betroffen von der Flaute im zurückliegenden Jahr waren die sortimentsübergreifenden Versandhändler mit einem Umsatzrückgang von 4,3 Prozent. Sie vereinen dennoch nach wie vor mehr als zwei Drittel des Branchenumsatzes auf sich. Die Spezial-Versender konnten ihren Umsatz dagegen um 5,3 Prozent steigern.Mit 1,8 Milliarden Euro (Vorjahr: eine Milliarden Euro) erwirtschafteten die deutschen Versandhändler knapp neun Prozent ihres Umsatzes über das Internet.

Der BHV-Präsident beklagte die in Deutschland gültige Regelung zu Rücksendungen. "Deutschland ist neben Finnland das einzige EU-Land, in dem Rücksendekosten zwingend vom Versandunternehmen getragen werden müssen." Dies beeinträchtige die Wettbewerbsfähigkeit.

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