Wirtschaft : Sinn-Leffers ist insolvent

Modekette soll durch Sanierung gerettet werden

Berlin - Mit der Bekleidungskette Sinn-Leffers ist innerhalb weniger Wochen die dritte ehemalige Karstadt- Quelle-Tochter zahlungsunfähig geworden. Anders als bei Hertie und Wehmeyer setzt die Sinn-Leffers-Geschäftsführung nun aber auf ein Insolvenzplanverfahren in Eigenregie, das die Rettung des Unternehmens als Ganzes zum Ziel hat (siehe Kasten). Ein entsprechender Antrag werde am heutigen Donnerstag beim Amtsgericht Hagen gestellt, kündigte die Unternehmensleitung am Mittwoch in Dortmund an. „Wir sind überzeugt, dass durch die Sanierung ein zukunftsfähiger Textileinzelhändler entstehen wird“, sagte Peter Zühlsdorff, Geschäftsführender Gesellschafter der Deutsche Industrie-Holding (DIH), die Sinn-Leffers 2001 von Karstadt-Quelle übernommen hatte.

Bei der Sanierung werde man sich „um jeden einzelnen Arbeitsplatz“ bemühen, betonte Sinn-Leffers-Chef Patrick Feller. Derzeit beschäftigt das Unternehmen rund 4100 Mitarbeiter in 47 Filialen, davon eine in Potsdam mit etwa 40 Beschäftigten. Alle Filialen blieben zunächst geöffnet, die Lieferanten würden bezahlt. Die Mitarbeiter erhielten ihre Löhne von August bis Oktober von der Bundesagentur für Arbeit als Insolvenzgeld. In dieser Zeit will sich Detlef Specovius, der als Sanierer in die Konzern-Geschäftsführung berufen wurde, insbesondere um niedrigere Mieten der einzelnen Kaufhäuser bemühen. Die jetzigen Mieten machten teils 25 Prozent des Umsatzes aus und seien in erster Linie schuld an der drohenden Pleite, sagte Unternehmenschef Feller. Üblich seien dagegen Mieten, die maximal sieben Prozent des Umsatzes ausmachten. „Wenn wir die Preise im Schnitt auf etwa zehn Prozent herunterhandeln können, wären wir profitabel“, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Laufe alles nach Plan, könne Sinn-Leffers im Frühjahr 2009 vollständig saniert sein. Momentan macht das Unternehmen jedoch noch einen mittleren zweistelligen Millionen-Verlust. ysh

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