Wirtschaft : Sinn-Leffers schließt Hälfte der Filialen

Auch in Potsdam ist Ende Februar 2009 Schluss

Berlin - Die angeschlagene Textilkette Sinn-Leffers will bundesweit fast die Hälfte der Stellen streichen und zahlreiche Warenhäuser schließen, darunter auch die Filiale in Potsdam. Etwa 1000 der 2360 Arbeitsplätze sollen insgesamt gestrichen werden, teilte Insolvenzverwalter Horst Piepenburg am Montag in Hagen mit. Nur mit einem wesentlich kleineren und profitableren Filialnetz sei das Unternehmen überlebensfähig, hieß es zur Begründung.

Sinn-Leffers, eine frühere Tochter des Handels- und Tourismuskonzerns Arcandor (KarstadtQuelle) hatte vor zwei Monaten einen Insolvenzantrag gestellt. Mit dem Problem steht das Unternehmen nicht allein da: Auch Wehmeyer und die frühere Arcandor-Tochter Hertie sind insolvent.

Bei Sinn-Leffers sollen bis zum Frühjahr bundesweit 24 der insgesamt 47 Filialen geschlossen werden. Auf der Streichliste steht neben Häusern in Frankfurt am Main, Hannover und Köln auch die Filiale in Potsdam mit 25 Mitarbeitern. Vom geplanten Personalabbau sind nach Unternehmensangaben bundesweit rund 900 Beschäftigte in Warenhäusern sowie rund 100 Mitarbeiter in der Hagener Zentrale betroffen. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht auszuschließen. Seine beiden Berliner Häuser hatte Sinn-Leffers schon früher zugemacht.

Die betroffenen Mitarbeiter haben nun gut viereinhalb Monate Zeit, um sich einen anderen Job zu suchen, denn bis zum 28. Februar 2009 will Sinn-Leffers in allen Filialen weiterverkaufen. Mit dem Gesamtbetriebsrat würden „unverzüglich“ Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan aufgenommen. Der Betriebsrat in Potsdam war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Für das zusammengestutzte Rest-Unternehmen sieht Insolvenzverwalter Piepenburg gute Perspektiven. Bis April 2009 will er Sinn-Leffers aus der Insolvenz herausführen, das Insolvenzverfahren werde voraussichtlich zum 1. November eröffnet, teilte der Rechtsanwalt mit. Die verbleibenden 23 Filialen sollen im laufenden Geschäftsjahr 2008/09 (das Ende Juli zu Ende geht) 310 Millionen Euro erwirtschaften. pet

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