Sir Bernhard Ashley : Abschied vom Vater des Blümchenkleides

Sir Bernhard Ashley, der Gründer der Modefirma Laura Ashley ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Wie aus einer kleinen Manufaktor eine Weltmarke wurde.

Kevin P. Hoffmann
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Erfolgreich gegen den Trend. Bernard Ashley und seine Frau Laura. Foto: promo

Berlin - Über die ersten Jahre mit seiner 1985 verunglückten Ehefrau und Geschäftspartnerin Laura sagte er einmal: „Wir waren zwei Vorstadtkinder, die versuchten aus dem Vorstadtmief der 40er Jahre auszubrechen. Wir wollten die ganze Welt erobern.“ Das ist dem Paar gelungen. Wie am Dienstag bekannt wurde, starb der Mitbegründer des britischen Modeunternehmens Laura Ashley, Sir Bernard Ashley, bereits am Samstag im Alter von 82 Jahren in seinem Privatanwesen in Elan Valley in Wales.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges 1949 heiratete der junge Ingenieur Bernard Ashley die walisische Sekretärin Laura Mountney in einem Londoner Jugendclub. Beide gingen zunächst weiter ihren Jobs als Angestellte nach und zogen ihre ersten beiden Kinder groß. Die offizielle Unternehmenschronik sagt, dass sie damals zehn britische Pfund in einen Holzrahmen, Färbemittel und ein paar Meter Leinen investierten. Bernard entwarf und baute eine Druckmaschine, Laura gestaltete und fertigte die ersten Stoffservietten und Tischtücher. Vier Jahre später, 1953, machten sie sich selbstständig und zogen aufs Land ins südostenglische Kent, wo sie eine Manufaktur aufbauten. Zwei Jahre später stand der „Ashley Mountney Ltd.“ das Wasser buchstäblich bis zum Hals – ein nahegelegener Fluss trat über die Ufer und spülte fast das gesamte Inventar davon. Das Paar rappelte sich erst nur langsam wieder auf, weitete dann das Sortiment auf Topflappen und Schürzen aus. Anfang der 60er Jahre zogen die Ashleys nach Wales und bauten dort eine leistungsstarke Fabrik. Damit begann der Aufstieg des Unternehmens zur Weltmarke.

Designerin Ashley stellte sich gegen Modetrends

Als ein Geheimnis des Erfolgs galt die Tatsache, dass Designerin Ashley fortan Kleider mit viktorianischen Blümchenmustern entwarf und sich damit konsequent gegen den Modetrend stellte. Englands Röcke wurden im Beatles-Zeitalter immer kürzer, Laura Ashleys Kleider aber scheinbar immer länger. Sie waren klassisch, ländlich gestaltet – was vor allem in der englischen Oberschicht gut ankam.

In den 70er Jahren eröffnete die Firma Geschäfte in Australien, Japan, Kanada, Frankreich und den USA, machte fünf Millionen Pfund Umsatz im Jahr und beschäftigte weltweit rund 1000 Mitarbeiter. Die 80er Jahre hätte das Unternehmen dagegen fast nicht überstanden. Die Laura-Ashley-Kleider galten nicht nur in England als spießig und „out“. Im Jahr 1985 stürzte die Gründerin an ihrem 60. Geburtstag beim Besuch im Hause eines ihrer Kinder die Treppe hinab und starb zehn Tage später im Krankenhaus. Trotzdem zog Bernard wenige Wochen später den lange geplanten Börsengang des Unternehmens durch.

Bernard Ashley pflegte in den folgenden Jahren ein schwieriges Verhältnis zu den Geschäftsführern, trennte sich immer wieder von Managern im Streit. 1993 zog er sich schließlich in den Aufsichtsrat zurück. 1998 übernahm der malaysische Industriekonzern MUI die Mehrheit der Laura Ashley Holding. Im Jahr 2000, mit 74 Jahren, gründete Bernard Ashley eine neue Inneneinrichtungsfirma namens Elanbach und ein Fünf-Sterne-Hotel. 2001 verkaufte er seine letzten Aktien an Laura Ashley. Der passionierte Flieger und Segler soll zuletzt über ein Privatvermögen von rund 60 Millionen Pfund verfügt haben. Er lebte die meiste Zeit in einem Townhouse in Brüssel, besaß aber auch ein Weingut in Frankreich und ein Anwesen auf den Bahamas. „Mein Vater hat alles im Leben erreicht, was er sich vorgenommen hat“, zitierte die Nachrichtenagentur AP seine Tochter Jane. „Er war zugleich sehr kreativ und ein guter Geschäftsmann.“ Kevin P. Hoffmann

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