Wirtschaft : Sixt wächst trotz Flaute bei Autovermietern Mehr Umsatz und Gewinn/Starkes Leasinggeschäft

Nicole Huss

München - Dem Autovermieter Sixt haben die anhaltende Branchenflaute und der hohe Wettbewerbsdruck bisher nichts anhaben können. Das Unternehmen hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2004 schon mehr verdient als im gesamten Vorjahr und seine Prognosen für das laufende Jahr bestätigt. Für 2005 gab sich Sixt am Donnerstag jedoch zurückhaltend. Sixt habe sein Ergebnis vor Steuern in den ersten neun Monaten um knapp 20 Prozent auf 44,5 Millionen Euro gesteigert, sagte Finanzvorstand Karsten Odemann. Im gesamten Vorjahr war Sixt nur auf 42,5 Millionen Euro gekommen. Der Gewinn in den ersten drei Quartalen 2004 lag mit 22,7 Millionen Euro um 40 Prozent über dem Vorjahreswert. Odemann betonte, die Regel „Ertrag vor Umsatz“ gelte weiterhin.

Odemann begründete den Erfolg mit den gesunkenen Fuhrparkkosten bei der Autovermietung und dem Aufschwung im Geschäft mit Leasingfahrzeugen. Die Kosten für seinen Fuhrpark habe Sixt dank einer besseren Auslastung der Fahrzeug-Flotte seit dem vergangenen Jahr kontinuierlich drücken können. Das Unternehmen weitete seine Flotte in Deutschland von 29000 auf 31000 Fahrzeuge aus. Europaweit sind inzwischen knapp 45000 Sixt-Autos unterwegs.

Das Leasinggeschäft bezeichnete Odemann als Wachstumsmotor. Die Erlöse in diesem Geschäftsfeld stiegen um 5,7 Prozent. Auch im hart umkämpften Vermietmarkt schnitt Sixt gut ab. Während der Markt insgesamt nach Angaben des Bundesverbands der Autovermieter Deutschlands (BAV) auch in diesem Jahr schrumpfen wird, stieg der Inlandsumsatz bei Sixt in den ersten neun Monaten um 4,4 Prozent. Dabei seien die Vermietpreise in etwa stabil geblieben.

Einen neuen Preiskampf unter den Vermietern wird es laut Odemann in nächster Zeit nicht geben, auch wenn sich Sixt und der Konkurrent Europcar jüngst eine Anzeigenschlacht geliefert hatten. Odemann betonte, dass Sixt sein Wachstum im Vermietgeschäft auch neuen Konzepten wie dem Billiganbieter Sixti und Sixt Holiday Cars verdanke. Bei Sixt Holiday Cars liege der Umsatz deutlich über der Planung. Mit der Billigmarke Sixti, bei der Kunden einen Smart schon ab fünf Euro pro Tag mieten können, will der Konzern in diesem Jahr einen Umsatz von zehn Millionen Euro und einen operativen Gewinn erzielen. Dieses Ziel könne wegen sehr geringer Fixkosten erreicht werden, erklärte Odemann.

Für das Gesamtjahr geht Sixt weiterhin von einem Umsatzwachstum um rund fünf Prozent und einem Anstieg des Ergebnisses vor Steuern um mindestens zehn Prozent aus. Ob der Konzern seinen Aktionären eine höhere Dividende zahlen wird, wollte Odemann nicht sagen. Auch zum Jahr 2005 hielt er sich wegen der unsicheren Konjunkturaussichten bedeckt. „Generell sind wir aber gut aufgestellt und optimistisch“, sagte er.

An der Börse kamen die Zahlen von Sixt gut an. Die Stammaktie kletterte am Donnerstag um rund 4,2 Prozent auf 12,50Euro.

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