Wirtschaft : Sixt will 20 Prozent mehr verdienen

Trotz des langen Winters erwartet der Autovermieter ein Rekordjahr

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München - Der Autovermieter Sixt steuert erneut auf ein Rekordjahr zu. „Ich persönlich wäre sehr enttäuscht, wenn der operative Gewinn nicht um mindestens 20 Prozent zulegen würde", sagte Vorstandschef und Großaktionär Erich Sixt am Donnerstag. Der Umsatz soll um zehn bis 15 Prozent steigen, kündigte der Unternehmer an. Bislang hatte Sixt lediglich zweistellige Umsatzzuwächse in Aussicht gestellt.

Die zuversichtliche Prognose kommt allerdings nicht überraschend, denn Sixt ist sehr gut ins Jahr gestartet. Trotz des langen Winters in Deutschland kletterte der Umsatz im Kerngeschäft, also der Vermietung und dem Leasing, um fast ein Fünftel auf 284 Millionen Euro. Der Gewinn hat sich mehr als verdreifacht – auf über 20 Millionen Euro. „Wir profitieren von unseren schlanken Strukturen und unserem straffen Kostenmanagement", sagte Erich Sixt. Dass das Geschäft des deutschen Marktführers so rund lief, hat nach Firmenangaben mehrere Gründe. Einerseits waren die wichtigen Unternehmenskunden wieder öfter unterwegs. Darüber hinaus machte sich die vergangenes Jahr forcierte Auslandsexpansion bezahlt. Zudem mieteten auch viele Touristen die Fahrzeuge des Konzerns. Die Börse honorierte die guten Aussichten gestern allerdings nicht. Der Kurs der im S-Dax notierten Stammaktien fiel in einem schwachen Markt bis zum Börsenschluss um 3,8 Prozent auf 41 Euro. Nach Ansicht von Börsianern waren einige Investoren enttäuscht, dass die Prognose angesichts des hervorragenden Starts ins neue Jahr nicht noch besser ausgefallen ist.

Sixt ist neben Hertz, Europcar und Avis einer der größten weltweit tätigen Autovermieter. In der Branche war zuletzt viel Bewegung, weil Europcar und Hertz an Finanzinvestoren verkauft wurden. Sixt hatte zwar Interesse an der Volkswagen-Tochter Europcar, kam aber in der Ausschreibung nicht zum Zug. In den nächsten Wochen erwarten die Münchener einen Schub für ihr Geschäft durch die Fußball-Weltmeisterschaft. Sixt betreibt für den koreanischen WM-Sponsor Hyundai eine Flotte von 2000 Fahrzeugen, die hauptsächlich von Funktionären genutzt werden. jojo/HB

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