Skandalbank HGAA : Ex-Bankchef in Österreich festgenommen

Neue Runde im Krimi um die österreichische Skandalbank Hypo Group Alpe Adria (HGAA): Der Ex-Chef der früheren BayernLB-Tochter, Wolfgang Kulterer, ist festgenommen worden. Begründet wurde die Festnahme mit Flucht- und Verdunkelungsgefahr.

Wolfgang Kulterer
Wolfgang KultererFoto: dpa

Neben Kulterer sei ein weiterer Verdächtiger festgenommen worden, seinen Namen gab die Staatsanwaltschaft Klagenfurt zunächst nicht bekannt. In Kärnten und Wien wurden außerdem zehn Hausdurchsuchungen vorgenommen, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete.

Gegen Kulterer werde wegen Untreue ermittelt, zitierte APA Justizkreise. Insgesamt würden in dem Verfahren derzeit 40 Beschuldigte geführt. Der Chef der Sonderkommission, Bernhard Gaber, sprach von "Potenzial" für weitere Festnahmen. Der ehemalige Vorstands- und Aufsichtsratschef Kulterer wurde bereits wegen Bilanzfälschung zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. In den vergangenen Monaten nahm ihn die Justiz wegen dubioser Geschäfte auf dem Balkan ins Visier.

Das österreichische Finanzministerium zeigte sich "sehr zufrieden" mit dem Vorgehen der Justiz. Die Maßnahmen seien "absolut in unserem Interesse", sagte Ministersprecher Harald Waiglein. Damit würden die Chancen auf zivilrechtliche Schadenersatzforderungen besser.

Kulterer war maßgeblich an dem Verkauf der HGAA-Mehrheit an die Bayerische Landesbank im Jahr 2007 beteiligt. Die Kärntner Bank soll in zahlreiche Finanz- und Korruptionsaffären verwickelt gewesen sein.
Ende 2009 musste sie notverstaatlicht werden. Der Fehlkauf kostete die bayerischen Steuerzahler mehr als 3,7 Milliarden Euro. (dpa)

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