Wirtschaft : Skepsis über Offerte wächst - auch US-Gewerkschaftsfonds unterstützen Mannesmann gegen Vodafone

dri/rob/tik

Der mächtige US-Gewerkschaftsbund AFL-CIO, der über kapitalkräftige Pensionsfonds Einfluss auf Mannesmann-Anteile hat, stellt sich im Übernahmekampf um Mannesmann, hinter den Vorstand um Klaus Esser. Die IG Metall veröffentlichte am Dienstag eine Stellungnahme von AFL-CIO-Präsident John Sweeney, in der dieser die Manager der von seinem Gewerkschaftsbund gespeisten Rentenfonds anweist, sich gegen das feindliche Übernahmeangebot des britisch-amerikanischen Mobilfunkkonzerns Vodafone-Airtouch plc, Newbury, zu wenden. Die Fonds halten der Gewerkschaft zufolge 13 Prozent des Aktienkapitals von Mannesmann. Ebenfalls fest zu Esser steht der neue Großaktionär Hutchison Whampoa aus Hongkong: Das Unternehmen hält 10,1 Prozent. Hutchison hat sich vertraglich verpflichtet, seine Mannesmann-Aktien in den kommenden 18 Monaten nicht zu verkaufen.

Bei der Übernahmeschlacht um Mannesmann hat Vodafone am vergangenen Freitag beim jüngsten Angebot 53,7 Vodafone-Aktien für einen Anteilsschein von Mannesmann geboten. Auf der Grundlage der Kursdaten vom 18. November wurde dabei eine Mannesmann-Aktie mit 240 Euro bewertet. Das feindliche Übernahmeangebot besitzt nach Ansicht der Commerzbank allerdings für Mannesmann-Aktionäre zwei Nachteile: "Zuerst ist das Angebot zu niedrig, da normalerweise eine Prämie auf den inneren Wert einer Aktie geboten werden sollte. Zusätzlich läßt sich der fiktive Übernahmepreis von 240 Euro nicht realisieren", urteilen Achim Matzke und Sandra Schiller von der Commerzbank, denn seit Freitag ist der Vodafone-Kurs beständig gesunken.

Dass Vodafone derweil über einen guten Verlauf der Gespräche mit Mannesmann über die Umtausch-Offerte berichtet, überrascht Horst Frey von der Kant Vermögensmanagement Frey & Schnigge GmbH nicht. Angesichts der Rückmeldungen, die den Vermögensverwalter erreichen, hält er dies jedoch für unwahrscheinlich. Nach Ansicht von Dale Robertson vom Vermögensverwalter Edinburgh Fund Managers ist das Angebot bestechend. "Wir unterstützen das Angebot von Vodafone." Man habe vor sechs Jahren 250 000 Mannesmann-Aktien gekauft, die sich als "glänzende Investition" erwiesen hätten. Der Fondsmanager sagt, er stehe mit den internationalen Investoren von Mannesmann in Kontakt. Sein Eindruck: Es gibt eine große Bereitschaft, auf das Angebot von Vodafone einzugehen.

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