Smart City : „Sauber und voll geladen“

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller auf Tour durch das Smarte Berlin: Ein Road-Trip zu E-Rollern, 3D-Druckern und einem Blockkraftwerk.

Lara Keilbart

Solche Sprüche hört Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller auch nicht jeden Tag. „Der Michael ist sauber und zu 100 Prozent voll geladen“, sagt Alexander Meiritz. Der Unternehmer, Chef der Elektroroller-Firma eMio, meint aber nicht den SPD-Politiker, sondern den Roller, auf dem der Regierende sitzt. Der heißt nämlich auch Michael und ist startklar. Doch Michael Müller will gar nicht fahren, sondern nur gucken. Die Zeit drängt.

Vier Ziele steuert Müller an diesem Freitag auf seiner Tour durch Berlin an. eMio ist seine dritte Station. Das Start-up auf dem Euref-Campus Gelände ist der größte Anbieter für Rollersharing in Europa, und Elektromobilität ist ein wichtiger Baustein der Smart City, die auf Müllers Agenda ganz oben steht.

Auch Here ist solch ein wichtiger Mosaikstein auf dem Weg zur vernetzten Stadt. Hier startet die Tour am Morgen. Der Software-Entwickler aus der Invalidenstraßen bietet cloudbasierte Kartendienste in Echtzeit an – für vernetztes und autonomes Fahren. Damit ist Here nicht nur für Autokonzerne sondern auch für Logistik- und Handelsunternehmen wichtig „Wir müssen uns des Datenthemas noch stärker annehmen“, sagt der Regierende Bürgermeister. „Der Zugang zu und das Arbeiten mit Daten gehört zwingend zur Smart City“, meint Müller und verspricht, dass die landeseigenen Unternehmen als Partner zu Verfügung stehen. So habe die BVG Daten von Millionen Menschen, die zur Verkehrsplanung und -steuerung genutzt werden könnten. Here, einst unter dem Namen Gate 5 als Start-up gegründet, wurde 2006 von Nokia gekauft und gehört nun einem Konsortium aus Daimler, Audi und BMW. Von einst 40 Mitarbeiter ist Here auf über 1000 gewachsen und will weiter zulegen.

Das will auch BigRep. Das Start-up hat sich auf 3D-Druck spezialisiert, beschäftigt derzeit über 50 Mitarbeiter und wächst kräftig. Unternehmenschef René Gurka, einst Chef von Berlin Partner, sieht noch viel Spielraum für Innovationen. „Wir kratzen noch an der Oberfläche des Markts“, sagt er. Viele seiner Mitarbeiter kommen aus Israel, in Tel Aviv boomt der 3D-Druck-Markt. Deswegen eröffnet BigRep dort nun ein Büro. Möglich gemacht hat das der Regierende mit seiner Israel-Reise im Oktober 2015.

Bei der smarten Stadt darf aber auch das Thema Energie nicht fehlen. Die Müller-Tour endet am Martin-Luther-Krankenhaus. Zusammen mit Thomas König von Eon und der Geschäftsführerin des Krankenhauses nimmt Müller hier ein Blockheizkraftwerk in Betrieb. Das 700000 Euro teure BHKW versorgt das Krankenhaus in Zukunft mit Heizungswärme, Warmwasser und Strom. Das senkt die Betriebskosten und den Kohlenstoffdioxidausstoß.

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