Wirtschaft : Smart-Erfinder Hayek räumt Fehler ein

Kleinwagen zu schnell entwickelt / Bei Zulieferteilen Probleme

STUTTGART / BIEL / HAMBACH (dpa).Smart-Erfinder Nicolas Hayek hat eine zu schnelle Entwicklung des Kleinstwagens eingeräumt."Wir haben Fehler gemacht", sagte der Schweizer Unternehmer am Freitag der dpa.Hayek bestätigte, daß ein Smart-Fahrzeug in Spanien beim Ausweichmanöver "Elch-Test" umgefallen ist.Er sei jedoch selbst nicht dabei gewesen.Das Auto, dessen Markteinführung wegen technischer Mängel um sechs Monate auf Oktober 1998 verschoben wurde, werde weiter getestet."Für uns ist es viel wichtiger, einen Unfall oder Verletzte zu vermeiden, als die 300 Mill.DM auszugeben, die die Korrektur kosten wird", sagte Hayek im "ZDF-Morgenmagazin".Es habe sich gezeigt, daß der Smart "ungewöhnlich starke Elch-Test-Situationen nicht unter Kontrolle halten könne", sagte der Schweizer Unternehmer.Sein Uhren-Konzern SMH ist zu 19 Prozent an dem Smart-Hersteller Micro Compact Car AG, Biel/Schweiz, beteiligt, der Stuttgarter Daimler-Benz-Konzern hält die übrigen Anteile.Es seien mehrere Fahrzeuge getestet worden, von denen "ein oder zwei" gefallen seien, sagte Hayek.Er kündigte an, der Smart werde technisch verändert.Die Radspuren sollen verbreitert werden, zudem sollte das Fahrzeug im oberen Bereich leichter werden.Hayek: "Das Auto wird nicht tiefer gelegt." Daimler-Benz-Pkw-Chef Jürgen Hubbert hatte am Vortag ein veändertes Fahrwerk angekündigt. In dem lothringischen Smart-Werk Hambach solle es weder Entlassungen noch Kurzarbeit geben.Mit der flexiblen Arbeitszeit soll der verschobene Verkaufsstart ausgeglichen werden, hieß es in Hambach.In der ersten Jahreshälfte soll etwas weniger, in der zweiten etwas mehr gearbeitet werden.Auf dem Industrieareal sind rund 1200 Menschen beschäftigt.Unterdessen suchen die Smart-Händler nach neuen Strategien.Ein Stuttgarter Händler sagte, er wolle in der Zwischenzeit Gebrauchtwagen verkaufen.Mit dem Hersteller werden dem Händler zufolge Zwischenfinanzierungsmodelle besprochen, es sei aber noch nichts entschieden.Die Autos sollen in Europa über 104 sogenannte "Smart-Center" verkauft werden.Hayek sagte, auch ohne die Stabilitätsmängel hätte der Kleinstwagen nicht im April auf den Markt kommen können.Bei einigen Teilen von Systemlieferanten habe es Probleme gegeben.Daran sei jedoch der Hersteller nicht unbeteiligt: "Die Zeichnungen stammen teilweise von uns." Vor drei bis vier Wochen habe es dann den "Schock des Elch-Tests" bei der Mercedes A-Klasse gegeben.Der Smart sei daraufhin wieder getestet worden.Er habe das Auto selbst noch im September gefahren: "Wir haben nicht gemerkt, daß einige Reparaturen notwendig waren." An der Frankfurter Börse sank der Kurs der Daimler-Aktie in einem insgesamt zurückgehenden Markt um 6,80 DM auf 117,20 DM.Die Analystin Eva Sonnenschein von der Deutsche Morgan Grenfell sagte auf Anfrage, die Bank nehme die angenommenen Gewinne je Daimler-Aktie für das laufende Jahr um 1,8 Prozent und für das kommende Jahr um 3,8 Prozent geringfügig zurück.

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