Smartphones : Samsung auf Rekordkurs

Samsung hat seine Führung auf dem Smartphone-Markt weiter ausgebaut und damit einen Rekordgewinn erzielt: Im zweiten Quartal stieg der Reingewinn im Vergleich zum Vorjahr um 48 Prozent. Grundlage für das gute Ergebnis waren die erfolgreichen Verkäufe der Galaxy-Serie.

Verkaufsschlager: Vom Smartphone-Vorzeigemodell Galaxy S III hat Samsung nach eigenen Angaben binnen zwei Monaten bereits mehr als zehn Millionen Stück verkauft.
Verkaufsschlager: Vom Smartphone-Vorzeigemodell Galaxy S III hat Samsung nach eigenen Angaben binnen zwei Monaten bereits mehr als...Foto: dpa

Der Elektronikkonzern Samsung wird mit seinen Smartphones eine immer größere Bedrohung für den US-Rivalen Apple. Nach einem Rekordgewinn im zweiten Quartal nehmen die Südkoreaner Kurs auf noch größere Überschüsse vor dem Start des neuen Apple-iPhones im Herbst. Während die Amerikaner zuletzt die hohen Erwartungen der Analysten verfehlten, baut Samsung seine Position als größter Smartphone-Hersteller der Welt aus. Die Absatzzahlen der Asiaten belegen, dass viele Kunden nicht auf die neue iPhone-Generation warten, sondern zu alternativen Modellen greifen.

Rund 50,5 Millionen Geräte seiner Galaxy-Serie verkaufte Samsung im abgelaufenen Quartal während Apple gerade einmal halb so viele iPhones absetzte. Nach Berechnungen von Juniper Research verkaufte Samsung sogar gut 52 Millionen Geräte. Die Berechnungen der verschiedenen Marktforscher gehen häufig auseinander, da Samsung selbst keine Absatzzahlen nennt. Im Herbst bringt Microsoft sein neues Betriebssystem für Handys auf den Markt, das auf Nokia-Geräten laufen wird und womöglich auch auf den Blackberrys von RIM. Der Anteil dieser Geräte am Markt wird zwar verhältnismäßig klein sein, setzt Apple aber dennoch zusätzlich unter Druck.

Unabhängig von Apple werde Samsung im dritten Quartal stark dastehen, zeigte sich Analyst Byun Han Joon von KB Investment & Securities optimistisch. „Dass Apple stolpert, ist eine Chance.“ Experten erwarten, dass die neue iPhone-Generation im Herbst die Wachstumsraten der Samsung Galaxy-Modelle dämpft. Doch in den Büchern der Südkoreaner wird sich das kaum niederschlagen. Samsung ist der Hauptzulieferer für Displays, Prozessoren und andere Chips im iPhone und iPad, profitiert also auch von den Apple-Verkäufen. Gleichzeitig verklagt Apple die aggressiven Asiaten rund um den Globus und wirft ihnen vor, Produkte abgekupfert und gegen Schutzrechte verstoßen zu haben.

An die Ertragskraft der Amerikaner reicht Samsung trotz hoher Gewinne noch nicht heran. Im abgelaufenen Quartal kamen die Südkoreaner nach Angaben vom Freitag auf 3,7 Milliarden Euro – ein Plus von 48 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Apple kam aber auf fast die doppelte Summe. Asiens größter Hersteller von Verbraucherelektronik übertraf mit dem Ergebnis seinen Rekordgewinn aus dem ersten Vierteljahr. Allerdings kämpfte Samsung zuletzt mit Gewinnrückgängen in seiner Chipsparte und brachte als Branchenführer sein Fernsehergeschäft erst im zweiten Quartal wieder in die Gewinnzone.

„Die schwachen Speicherchippreise bleiben für Samsung die größte Sorge im dritten Quartal, aber sie werden wieder besser abschneiden als die Konkurrenz. Die Abhängigkeit von Apple ist geringer als bei Hynix oder Toshiba. Samsung hat weniger Margendruck“, sagte Analyst Seo Won-seok von Korea Investment & Securities. An der Börse animierten die positiven Aussichten Anleger zum Kauf der Samsung-Aktie, die gut fünf Prozent zulegte. (rtr/dpa)

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