SNB : Devisenreserven steigen auf Rekordwert

Die Devisenbestände der Schweizerischen Nationalbank sind im Juli auf 531,8 Milliarden Franken gestiegen. Die Reserven erhöhten sich gegenüber dem Vormonat um 15,8 Milliarden Franken.

SNB-Präsident Thomas Jordan und seine beiden Direktoriumsmitglieder wollen am Devisenmarkt eingreifen, sollte eine neue Geldwelle auf die Schweiz zurollen.
SNB-Präsident Thomas Jordan und seine beiden Direktoriumsmitglieder wollen am Devisenmarkt eingreifen, sollte eine neue Geldwelle...Foto: dpa

Die Devisenbestände der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind im Juli auf den Rekordwert von 531,8 Milliarden Franken gestiegen. Die nach den Standards des Internationalen Währungsfonds (IWF) berechneten Reserven erhöhten sich gegenüber dem Vormonat um 15,8 Milliarden Franken, wie die Notenbank am Freitag mitteilte.

Der Anstieg sei hauptsächlich der Abschwächung des Frankens geschuldet, erklärte ein SNB-Sprecher. Die Reserven der Zentralbank sind überwiegend in Euro und in Dollar angelegt und Kursbewegungen der beiden Währungen zum Franken führen zu den entsprechenden Wertänderungen. Ende Juli war ein Euro etwa zwei Prozent teurer als ein Monat zuvor. Der Dollar wertete um mehr als drei Prozent auf. Devisenexperte Peter Rosenstreich vom Broker Swissquote sieht in den Daten allerdings auch ein Beleg dafür, dass die Währungshüter nach der Abkehr von der Euro-Anbindung am Devisenmarkt weiterhin gegen eine zu starke Landeswährung intervenieren.

Man wolle allerdings auch am Devisenmarkt eingreifen, sollte eine neue Geldwelle auf die Schweiz zurollen

Die SNB hatte Mitte Januar den mehr als drei Jahre geltenden Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken aufgegeben und stemmt sich seither mit Negativzinsen gegen die Franken-Stärke, die der exportorientierten Industrie und der Tourismusbranche zu schaffen macht. SNB-Präsident Thomas Jordan und seine beiden Direktoriumsmitglieder wollen allerdings auch am Devisenmarkt eingreifen, sollte eine neue Geldwelle auf die Schweiz zurollen. Ende Juni bestätigte Jordan entgegen den üblichen Gepflogenheiten, dass die SNB angesichts der Eskalation der griechischen Schuldenkrise gegen den Franken interveniert hat. Aktuell werden für den Euro 1,0740 Franken bezahlt, so viel wie seit Anfang März nicht mehr. (rtr)

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