Wirtschaft : So füllen Sie Ihre Urlaubskasse

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Die Bargeldeinführung des Euro hat das Reisen einfacher gemacht. In vielen Staaten Europas gelten jetzt dieselben Scheine und Münzen. Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) rät aber, neben Bargeld auch die Kredit-, die ec-Karte oder die Bankkundenkarte mit Maestro-Zeichen einzupacken. Seitdem Euroschecks nicht mehr akzeptiert werden, ist es in vielen Ländern möglich, direkt mit ec- oder Maestro-Karte zu zahlen. Auch ist das Abheben mit diesen Karten meist günstiger als mit Kreditkarte. „Meist kostet es zwischen zwei und vier Euro", sagt Bankenverbandssprecherin Kerstin Altendorf. Bei Kreditkarten werden zwei bis vier Prozent des abgehobenen Betrags und teilweise eine zusätzliche Auslandseinsatzprovision fällig, mindestens aber 2,50 Euro. Dafür kann sich in der Eurozone der Einkauf mit Kreditkarten lohnen, weil einige Anbieter dort auf die Auslandseinsatzprovision verzichten, die ab dem 1. Juli generell für Euroland entfällt. Mit der ec- oder Maestro-Karte geht ein Prozent des Umsatzes an die Bank, mindestens jedoch 0,75 Euro, höchstens 2,50 Euro.

„Reiseschecks braucht man in Euroland eigentlich nicht - die Versorgung mit Geldautomaten ist umfassend", sagt Altendorf. Außerhalb dieses Raumes empfiehlt sie Reiseschecks jedoch „umso mehr, je exotischer und individueller das Reiseziel ist“. Traveller Cheques sind weltweit anerkannt und werden bei Verlust oder Diebstahl ersetzt. Dafür kassiert die Bank ein Prozent des Nennwerts. Außerhalb von Euroland ist der Einsatz von Karten zudem teurer. Beim Kauf mit Kreditkarte werden bis zu zwei Prozent Auslandseinsatzprovision fällig; beim Abheben mit ec- oder Maestro-Karte bis zu fünf Euro.

Wollen Sie Geld wechseln, sollten Sie das bei „Hartwährungsländern" wie Norwegen, Dänemark oder Großbritannien zu Hause tun, bei „Weichwährungsländern" wie der Türkei oder den osteuropäischen Staaten sollte man erst am Zielort Geld am Automaten ziehen, rät der Bankenverband. Grundsätzlich empfehlen die Banken, sich mit verschiedenen Zahlungsmitteln auszustatten und diese an verschiedenen Orten aufzubewahren. Auch die Telefonnummern, unter denen es möglich ist, die Karten sperren zu lassen, sollten unbedingt mit auf die Reise und separat deponiert werden, beispielsweise im Hotelsafe.

„Tax Free-Shoppen“

Seine Reisekasse aufbessern kann man auch, indem man im Ausland gezielt shoppen geht. Wer seinen Urlaub nicht in Euroland verbringt, hat die Möglichkeit, sich bei Einkäufen die Mehrwertsteuer erstatten zu lassen. Wer etwa in Polen, Tschechien oder der Schweiz einkauft, kann sich bei der Ausreise die mitgezahlte Umsatzsteuer auszahlen lassen. Insgesamt wird in über 30 Ländern die Steuer-Erstattung eingeräumt.

Praktisch geht das so: Im Geschäft des Reiselandes muss man nach Formularen für das „Tax Free Shopping“ fragen. Die Originalkaufquittung wird dann an den „Tax Free Cheque“ geheftet. Ware und Formular müssen bei der Ausreise dem Zoll vorgelegt werden. An deutschen Flughäfen, Grenzübergängen und einigen Bahnhöfen finden Sie dann Auszahlungsstellen, die Ihnen die mitbezahlte Umsatzsteuer in bar auszahlt. Tino Andresen

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