Wirtschaft : So gibt es „Kapital für Arbeit“

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Das Prinzip des Programms „Kapital für Arbeit“ ist einfach: Stellen ein mittelständisches Unternehmen mit maximal 500 Millionen Euro Jahresumsatz oder ein Freiberufler einen Arbeitslosen ein oder jemanden, der von Arbeitslosigkeit bedroht ist, gewährt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gemeinsam mit einer Geschäftsbank einen Kredit von insgesamt bis zu 100 000 Euro mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren. Eine Obergrenze für die Zahl neuer Jobs gibt es nicht.

Clou der Finanzierung: Es gibt zwei gleich große Tranchen, einmal Fremd und einmal so genanntes Nachrangkapital. Für das Fremdkapital gilt ein Förderzins, für das Nachrangkapital ein risikogerechter Zins. Allerdings gilt eine 100-prozentige Haftungsfreistellung der Hausbank, und es sind keine Sicherheiten erforderlich. Weil das Nachrangdarlehen im Konkursfall zudem erst nach Abgeltung „normaler“ Kreditschulden, aber vor Eigenkapitalansprüchen bedient wird, kommt es fast frischem Eigenkapital gleich und verbessert so die Finanzstruktur des jeweiligen Unternehmens. Was wiederum den Zugang zu weiterem Kapital erleichtert.

Der Zinssatz für die Kredite des Programms liegt zwar je nach Bonität des Unternehmens mit etwa 5,6 bis 7,5 Prozent über dem Niveau von Förderkrediten, aber immer noch deutlich unter Kontokorrentkrediten, die mindestens neun Prozent erfordern, oder für Beteiligungskapital, für das etwa 15 Prozent angesetzt werden müssen.

Die Vorgaben für das Programm sind von der KfW bewusst weit gefasst. Die Unternehmen müssen den neuen Mitarbeiter für mindestens zwölf Monate beschäftigen, der unterschriebene Arbeitsvertrag gilt als Beleg. Sollte der Arbeitnehmer vorzeitig ausscheiden, läuft der Kredit trotzdem weiter.

Auch Unternehmen, die erst kurz zuvor Mitarbeiter entlassen haben, können, sofern sie wieder neu einstellen, „Kapital für Arbeit“ beantragen. Anträge sind bei allen Banken oder Sparkassen zu stellen. Die KfW verspricht, dass schon nach einer Woche das Geld fließen soll. Hartz-Kommission und KfW erwarten pro Jahr ein Volumen von etwa fünf Milliarden Euro für das Programm – und damit mindestens 50 000 neue Jobs. ro

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