Wirtschaft : So reagieren Anleger, wenn sie einzelne Japan-Aktien riskant finden

Thomas Luther/Hb

Wem der Kauf einzelner japanischer Aktien zu riskant ist, hat zwei Alternativen: Investmentfonds mit Anlageschwerpunkt Japan und Index- oder Aktienzertifikate. Das Angebot an Indexzertifikaten ist groß. Aus immerhin über einem Dutzend Emissionen mit unterschiedlichen Laufzeiten kann der Anleger dabei wählen. Der Basiswert ist in allen Fällen der wichtige Nikkei-225-Index, der die großen Standardwerte an der zuletzt überaus freundlichen Börse Tokio repräsentiert.

Wichtig ist dabei vor allem die Frage: Ist das Zertifikat währungsgesichert oder nicht? Der starke Yen hat zwar den Besitzern ungesicherter Japan-Investments in den vergangenen Monaten ein zusätzliches Plus von rund 15 Prozent beschert. Doch viele Experten sehen die japanische Währung in den kommenen Monaten wieder in einer schwächeren Phase. Dann drohen ausländischen Investoren ohne Versicherung Verluste.

Beim Outperfomance-Zertifikat der ABN Amro Bank bleibt der Käufer nicht nur gelassen, wenn der Yen schwächelt. Es gibt zusätzlich noch ein Bonbon: Der Inhaber bekommt am Ende der Laufzeit 110 Prozent des in Euro ausgedrückten Nikkei-Standes zurück. Nach dem gleichen Strickmuster hat ABN auch Scheine auf elf Standardwerte emittiert - geeignet für diejenigen, die auf japanische Einzelwerte setzen und das Währungsrisiko ausschalten wollen. Mangelware sind dagegen Zertifikate auf den Index Jasdaq, in dem sich die Unternehmen aus Wachstumsbranchen tummeln. Doch auch hier werden risikofreudige Anleger bei ABN Amro fündig. Die niederländische Großbank hat einen aus 15 Werten bestehenden Aktienkorb aus den Bereichen Telekom, Software und Internet gebildet. Dessen Wertentwicklung bildet das Tsunami-Basketzertifikat ab - ebenfalls währungsgesichert.

Der Nachteil: Die Zusammensetzung des Korbes bleibt bis zum Ende der Laufzeit unverändert. Dabei wechseln gerade in dynamischen Märkten die Favoriten schnell. Stockpicker, die den Kurszettel systematisch nach lukrativen Werten durchforsten und ihr Depot ständig umschichten, sind dabei schnell im Vorteil - wie die durchweg guten Ergebnisse der Fondsmanager japanischer Nebenwertefonds beweisen. Die Wertzuwächse im vorigen Jahr fallen durchweg dreistellig aus, und die beiden Spitzenreiter Japan Enterprise A und Japan OTC Stocks A aus dem Hause Invesco kamen sogar auf eine sagenhafte Performance von rund 520 Prozent. Auch im Drei-Jahres-Bereich lassen sie mit 384 beziehungsweise 335 Prozent die Konkurrenz weit hinter sich. Die Ergebnisunterschiede zeigen aber: Das Anlagerisiko ist gegenüber den Standardwertefonds hoch.

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