So viele Erwerbstätige wie nie : Ökonomen uneins beim Blick nach vorn

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Der Konjunkturaufschwung hat den deutschen Arbeitsmarkt beflügelt und die Erwerbstätigkeit auf einen neuen Höchststand katapultiert. Im vergangenen Jahr übersprang die Zahl der Erwerbstätigen erstmals die 41-Millionen-Marke, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Zudem hat es zum Jahresende 2011 in Deutschland so viele freie Stellen wie nie zuvor gegeben.

Im Jahresdurchschnitt 2011 waren nach den Angaben rund 41,04 Millionen Menschen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig. Damit wurde der bisherige Höchststand des Vorjahres um 535 000 Erwerbstätige oder 1,3 Prozent übertroffen. Die Statistiker führen die positive Entwicklung auf den seit zwei Jahren anhaltenden Wirtschaftsaufschwung zurück. Positiv habe zudem gewirkt, dass die Zahl der Erwerbstätigen im Krisenjahr 2009 stabil geblieben war. Zugleich ist die Arbeitsmarktstatistik in vielen Bereichen beschönigend. So werden auch Ein-Euro-Jobber und Minijobber als Erwerbstätige gezählt, obwohl sie von ihrem Verdienst nicht leben können und auf Leistungen des Staates angewiesen sind. Und Menschen über 58 Jahre, die mindestens ein Jahr Hartz IV beziehen und kein Jobangebot bekommen haben, werden nicht mehr als arbeitslos gezählt.

Uneinig sind sich Ökonomen beim Blick nach vorn. Während einige mit einer leichten Konjunkturdelle und vorübergehend steigenden Arbeitslosenzahlen in der ersten Jahreshälfte 2012 rechnen, sehen andere bereits eine deutliche Auflockerung am Konjunkturhimmel. Stefan Homburg, Finanzwissenschaftler an der Uni Hannover, befürchtet derweil in einigen Jahren deutlich steigende Preise. „Eine trabende Inflation, wie man sie in den siebziger Jahren hatte, also etwa zehn Prozent, ist wahrscheinlich“, sagte Homburg dem Tagesspiegel.

(mit dpa)

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