Wirtschaft : So viele neue Firmen in Berlin wie noch nie

Wirtschaftssenatorin sieht die Stadt als „Hotspot“.

Berlin - In der Hauptstadt sind 2011 so viele Unternehmen gegründet worden wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. 44 460 Gewerbe seien im vergangenen Jahr an den Start gegangen, bestätigte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Donnerstag. Das war ein Plus von 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Stadt baue damit ihren Ruf als deutsche Gründungsmetropole aus, ließ Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz erklären. „Berlin wird als Hotspot für Unternehmensgründungen wahrgenommen“, befand die parteilose Politikerin.

Besonders bemerkenswert sei dies, weil deutschlandweit die Zahl der Existenzgründungen im Schnitt rückläufig sei, hieß es bei der Wirtschaftsverwaltung weiter. Obernitz führte zur Begründung die Rahmenbedingungen für junge Betriebe an. Absolventen der Hochschulen sowie Berufseinsteiger aus der ganzen Welt fänden hier gute Bedingungen, um ihre Ideen umzusetzen. „Auch die Kapitalgeber haben dies bemerkt und siedeln sich hier verstärkt an“, hat Obernitz beobachtet. Daneben trügen jene zum Gründungsgeschehen bei, die mit der eigenen Firma den Weg aus der Arbeitslosigkeit suchten.

Die Politik sieht Gründungen als einen der wirksamsten Wege, die Wirtschaftsschwäche der Hauptstadt zu überwinden. Allein mit der Anwerbung bestehender Unternehmen dürfte Berlin seine Beschäftigungprobleme aber kaum in den Griff bekommen – die Arbeitslosigkeit ist die zweithöchste aller Bundesländer.

Der größte Teil der neuen Firmen entsteht im Bereich unternehmensnaher Dienstleistungen – das sind Services in den Feldern Informationstechnik oder Finanzen, aber auch Hausmeistertätigkeiten. „Die hohe Zahl von Gründungen ist ein Ausdruck von Standortqualität“, sagte Hartmut Mertens, Chefökonom der Investitionsbank Berlin-Brandenburg. Mittelfristig verspreche dies Impulse. Mertens: „Auch Facebook und Apple haben einmal klein angefangen. Wenn diese Unternehmen gewachsen sind, können sie eines Tages helfen, die Arbeitsmarktsituation in Berlin zu verbessern.“ brö

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