So war der Tag : Abwarten und Kasse machen

Enttäuschende Daten aus der US-Industrie und vom Häusermarkt haben am Dienstag den Dax belastet. Der Leitindex lag bei Handelsschluss am Abend nur leicht mit 0,3 Prozent im Plus bei 6307 Punkten. Zwischenzeitlich hatte er nur ein Prozent unter dem Zweijahreshoch von 6341 Zählern gelegen. In den USA waren im Juni die Industrieaufträge um 1,2 Prozent gefallen und damit mehr als doppelt so stark als von Analysten im Schnitt erwartet. Die schwebenden Hausverkäufe fielen im selben Monat um 2,6 Prozent auf ein Rekordtief. Analysten hatten im Schnitt mit einem Plus von 0,6 Prozent gerechnet.

US-Finanzminister Tim Geithner warnte am Dienstag, die Arbeitslosigkeit in den Staaten würde in den nächsten Monaten zunehmen. Die Wirtschaft werde sich dennoch allmählich erholen, fügte Geithner hinzu. Die US-Verbraucher blieben im Juni vorsichtig: Ihre Ausgaben blieben unverändert, während Analysten im Schnitt ein leichtes Plus erwartet hatten.

Neben den skeptischen Blicken auf die US-Konjunktur bestimmten am Dienstag positiv aufgenommene Firmenbilanzen die Kurse an den europäischen Aktienmärkten. „Der Markt legt nach den Kursgewinnen von gestern eine Verschnaufpause ein“, erklärte ein Händler die schwache Dax-Entwicklung. „Die Unternehmensgewinne sind weitgehend positiv“, erklärte Keith Bowman, Aktienanalyst beim britischen Finanzdienstleister Hargreaves Lansdown.

In Europa standen die BMW-Aktien im Fokus, nachdem der Luxuswagenbauer einen milliardenschweren Quartalsgewinn vorlegte. Die Aktien fuhren mit einem Plus von bis zu fünf Prozent der Konkurrenz davon. Das Ergebnis lasse die Prognose des Autobauers für das Gesamtjahr höchst konservativ erscheinen, erklärte Analyst Tim Schuldt von Equinet. Im Schlepptau des Konkurrenten zogen Daimler um 1,5 Prozent und in Paris Renault und Peugeot um je gut zwei Prozent an. Nur Volkswagen konnten nicht mithalten: Gewinnmitnahmen drückten die am Vortag favorisierten Vorzugsaktien um 1,4 Prozent.

Unterstützung bekam der Dax zudem von den Post-Aktien, die um 3,7 Prozent zulegten. Der weltgrößte Brief- und Logistikkonzern hatte nach deutlichen Umsatz- und Gewinnzuwächsen im zweiten Quartal seine Jahresprognose angehoben. BASF-Aktien waren wenig en vogue, was Händler mit technischen Faktoren begründeten. Zudem weiteten die Aktien des Chemieriesen zeitweise ihre Verluste aus, nachdem der US-Konzern Dow Chemical seinen Zwischenbericht vorlegte. BASF-Aktien fielen um 0,9 Prozent.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,33 (Montag: 2,36) Prozent. Der Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3221 (Montag: 1,3073) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7564 (0,7649) Euro. Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar