So war der Tag : Achterbahnfahrt im Dax

Belastet von der steigenden Nervosität vor dem EU-Gipfel und dem jüngsten Banken-Stresstest hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag Verluste verbucht. Der Leitindex Dax schloss mit minus zwei Prozent auf 5874 Punkten und beendete den Handelstag damit so schwach wie zuletzt Ende November. Im Tagesverlauf war er zwischenzeitlich nochmal über die Hürde von 6000 Punkten geklettert. Der M-Dax der Nebenwerte fiel schließlich um zwei Prozent auf 8668 Punkte, der Tec-Dax verlor 1,6 Prozent auf 675 Punkte. Auch die übrigen Börsen gaben nach. Der Eurostoxx 50 fiel um 2,4 Prozent auf 2288 Punkte, Paris und London verzeichneten ebenfalls Verluste. In New York lag der Dow Jones zum europäischen Handelsschluss ein Prozent im Minus.

Der gesamte Handelstag stand im Zeichen von EZB-Sitzung und EU-Krisengipfel. Die Weigerung der Europäischen Zentralbank, ihr Anleihekaufprogramm massiv auszuweiten, habe die Kauflust der Anleger ebenso gebremst wie der mit Spannung erwartete EU-Gipfel zur Schuldenkrise, sagten Händler. Angesichts möglicherweise weitreichender Entscheidungen für die Zukunft der Eurozone hielten sich die Investoren mit ihren Anlageentscheidungen zurück. „Die Portfolien der Anleger sind extrem defensiv ausgerichtet, die Cash-Positionen waren noch nie so hoch“, sagte Philippe Ithurbide, Chef der Analyse und Strategie bei Amundi. Mit der Leitzinssenkung erfüllte die EZB jedoch die Erwartungen der meisten Marktteilnehmer.

Im späten Handel setzten Meldungen zum Kapitalbedarf der europäischen Banken nach dem Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) Finanzwerte unter Druck. Commerzbank-Aktien fielen ans Dax-Ende, Deutsche-Bank-Papiere ließen ebenfalls kräftig Federn.

Auch Aktien des weltgrößten Rückversicherers Munich Re drehten nach deutlichen Gewinnen ins Minus und verloren 1,5 Prozent. Zuvor hatte eine Kaufempfehlung der UBS die Papiere angetrieben. Ihre Gewinne von 3,8 Prozent verteidigten Centrotherm an der Tec-Dax-Spitze. Sie waren von der Citigroup zum Kauf empfohlen worden.

Die Papiere der Deutschen Börse drehten am Abend ins Minus. Schon am Mittwoch hatten sie 5,5 Prozent eingebüßt. Reuters hatte erfahren, dass der Börsenbetreiber anbieten könnte, diverse Derivate-Geschäfte abzuspalten und daraus einen Konkurrenten zu bilden, um von der EU-Kommission grünes Licht für die Fusion mit der Nyse Euronext zu erhalten.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,71 (Vortag: 1,75) Prozent.Der Rentenindex Rex stieg um 0,31 Prozent auf 130,26 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,91 Prozent auf 136,74 Punkte. Der Kurs des Euro ist gestiegen: Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,3410 (Mittwoch: 1,3377) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7457 (0,7476) Euro.Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben