So war der Tag : Alle warten auf Griechenland

Bei relativ dünnen Handelsumsätzen hat der Dax am Mittwoch nach einer Berg- und Talfahrt mit leichten Verlusten geschlossen. Mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 6153 Punkten ging der deutsche Leitindex aus dem Tag. Ein Händler verwies auf die hohe Unsicherheit am Markt vor der Wahl in Griechenland am Sonntag. „Kein Händler möchte am Sonntagabend erkennen, dass er die Lage falsch eingeschätzt hat, und dass er am Montag seinen Stuhl räumen muss“, sagte Marktstratege Lars Kremkow von Activtrades. Die Stimmung der Anleger belaste auch, dass Politiker bereits öffentlich über die mögliche Flucht Italiens unter den europäischen Rettungsschirm spekulierten, sagte Analyst Gregor Kuhn von IG Markets. Außerdem wollten die Investoren vor dem sogenannten „Hexensabbat“ am Freitag keine großen Positionen aufbauen, sagten Händler. Dann laufen Futures und Optionen auf Aktien und Indizes aus. Der M-Dax verlor 0,6 Prozent auf 9982 Punkte. Der Tec-Dax sank um 0,4 Prozent auf 734 Punkte.

An der Dax-Spitze gewannen die Aktien des Stromversorgers Eon 1,9 Prozent. RWE legten um 0,8 Prozent zu. Die Energieversorger wollen rund 15 Milliarden Euro Schadenersatz für den Atomausstieg einklagen. Gefragt waren zudem Werte, die weniger stark auf Konjunkturnachrichten reagieren. So zogen Bayer um 1,2 Prozent an, Merck und Fresenius stiegen um 1,0 beziehungsweise 0,8 Prozent. Überdurchschnittlich schwach zeigten sich die Autowerte mit Verlusten zwischen 1,3 und 2,1 Prozent. Laut einer Studie der Deutschen Bank scheint im chinesischen Markt auch für Oberklassefahrzeuge der Preisdruck zuzunehmen.

Daneben standen am Mittwoch Solarwerte im Fokus: Solarworld-Aktien stiegen als einer der wenigen Gewinner im Tec-Dax um bis 1,2 Prozent, die Papiere von SMA Solar legten um 0,3 Prozent zu. Die im M-Dax gelisteten Aktien des Branchenzulieferers Wacker Chemie verteuerten sich um bis zu 4,6 Prozent. Händler begründeten das Kaufinteresse der Anleger für Aktien aus der Solarbranche mit der am Vortag bekanntgewordenen Entscheidung des US-Rivalen First Solar, wenige Monate vor der geplanten Standortschließung seine Produktion in Frankfurt (Oder) angesichts unerwarteter Nachfrage wieder hochzufahren. Der EuroStoxx 50 stieg. In London legte die Börse zu, während in Paris Verluste verzeichnet wurden. In den USA zeigte sich der Dow Jones zum europäischen Handelsschluss leicht im Minus mit 0,2 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,24 Prozent (Vortag: 1,12 Prozent). Der Rentenindex Rex fiel um 0,61 Prozent auf 133,26 Punkte.Der Bund Future gab um 0,13 Prozent auf 141,80 Punkte nach. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2534 (Dienstag: 1,2492) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7978 (0,8005) Euro. Tsp

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