So war der Tag : Angst um Spanien

Die Spitzenergebnisse vieler deutscher Unternehmen konnten die Sorgen der Anleger am Donnerstag nicht vertreiben. Schwerer wogen die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens und der hohe Ölpreis. Der Dax fiel bis zum Handelsschluss um knapp ein Prozent auf 7063 Punkte, nachdem er zuvor bis auf 7034 Punkte gefallen war. Der M-Dax sank um 1,3 Prozent auf 10 152 Punkte, der Tec-Dax verlor 1,8 Prozent auf 878 Punkte.

Am Markt herrsche nach wie vor große Unsicherheit, sagte ein Händler in Frankfurt. Die Herabstufung Spaniens laste derzeit noch stärker auf dem Markt als der Ölpreis. Die Ratingagentur Moody’s senkte die Bonitätsnote für Staatsanleihen aus dem hochverschuldeten Land von „AA1“ auf „AA2“. Zugleich schlossen die Analysten eine weitere Herabstufung nicht aus. Vor allem die Aktien spanischer Banken gerieten daraufhin unter Druck. In Frankfurt sackten die Titel der Commerzbank um 2,6 Prozent ab, die Papiere der Deutschen Bank verloren ein Prozent.

Im Ölförderland Libyen hielten die Kämpfe unterdessen an, weshalb die Preise für die Ölsorten WTI und Brent auf hohem Niveau blieben. Ebenfalls belastet wurden die Märkte von dem überraschenden Handelsdefizit in China. Statt des erwarteten Überschusses wies die Volksrepublik am Donnerstag ein Defizit von 7,3 Milliarden Dollar aus – das größte seit sieben Jahren. Das schüre die Angst vor einem Konjunkturdämpfer, sagte ein Börsianer. In den USA drückten die wöchentlichen Daten vom Arbeitsmarkt auf die Stimmung, die schlechter ausfielen als von Experten erwartet.

Im Dax legten mit K+S, Linde, der Deutschen Post, Munich Re sowie Volkswagen und BMW gleich sechs Unternehmen ihre Zahlen vor. Den Aktien halfen die größtenteils guten Bilanzen aber wenig. Post-Anteile gehörten mit einem Plus von 0,3 Prozent zu den besseren Werten im Dax. Linde-Aktien büßten bis zum Abend ihre frühen Gewinne wieder ein und verloren 0,7 Prozent. Der Industriegase-Spezialist hatte das Jahr 2010 mit Spitzenwerten beim Gewinn und Umsatz abgeschlossen. Für einen Börsianer klang der Ausblick aber zu vorsichtig formuliert. Nach unten ging es mit minus 1,4 Prozent auch für die Munich Re. Der weltgrößte Rückversicherer sieht sein Gewinnziel wegen der aufgelaufenen Kosten für Naturkatastrophen in Gefahr. VW-Vorzüge sanken gar um 3,6 Prozent, obwohl der Konzern nach dem besten Jahr der Unternehmensgeschichte 2011 erneut Rekorde bei Absatz, Umsatz und Gewinn erzielen will. Börsianer verwiesen auf Gewinnmitnahmen.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,98 (Mittwoch: 3,01) Prozent. Der Rentenindex Rex legte um 0,07 Prozent auf 121,85 Punkte zu. Der Bund Future gewann 0,27 Prozent auf 121,92 Punkte. Der Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3817 (1,3928) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7238 (0,7180) Euro. Tsp

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