So war der Tag : Angst ums Öl

Der Dax hat am Dienstagnachmittag im Sog schwacher US-Börsen ins Minus gedreht. Bis zum Handelsschluss büßte der deutsche Leitindex 0,7 Prozent auf 7223 Zähler ein. „Die Unruhen in Nordafrika und im Nahen Osten sowie der steigende Ölpreis sind nach der technischen Erholung der Vortage wieder auf den Tisch gekommen“, sagte ein Händler. Nachdem bereits ein Kurssturz der Börse in Saudi-Arabien viele Anleger beruhigt hatte, wuchs am Nachmittag die Nervosität, als im weiteren wichtigen Ölförderland Iran die Sicherheitskräfte mit Tränengas gegen Demonstranten vorgingen. Am Morgen hatten noch Kursgewinne bei den Autowerten den Dax deutlich in die Höhe getrieben. „Krisenszenarien für Saudi-Arabien werden wieder durchgespielt“, sagte ein Händler in Frankfurt. Der saudi-arabische Standardwerte-Index brach um knapp sieben Prozent ein. „Berichte über die Festnahme eines Geistlichen haben den Kursrutsch ausgelöst“, erklärte Haissam Arabi, Fondsmanager bei Gulfmena Alternative Investments. Sollte es in dem arabischen Land zu Unruhen kommen, so könnte dies nach Einschätzung von Börsianern zu einer Ölpreisexplosion führen. Das Fass der für Europa wichtigen Ölsorte Brent verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 113,55 Dollar.

Auch die Nebenwerte an der deutschen Börse standen am Dienstag unter Druck. Der M-Dax verlor 0,1 Prozent auf 10 304 Punkte, der Tec-Dax büßte 0,2 Prozent auf 900 Punkte. An der M-Dax- Spitze legten die Papiere der SGL Group um 5,1 Prozent zu, nachdem am Vortag der Einstieg des Autobauers Volkswagen bei dem Kohlenstoffspezialisten bekannt geworden war. Ein Händler bezeichnete die VW-Beteiligung vor allem deshalb als interessant, da Susanne Klatten als Großaktionärin von BMW bereits Anteile an SGL halte. VW-Aktien rutschten indes um zwei Prozent ans Dax-Ende. BMW-Titel kletterten als einer der besten Dax-Werte um 0,8 Prozent, nachdem sich der Autohersteller beim Autosalon in Genf positiv zu seinen Februar-Absätzen geäußert hatte.

MAN-Titel verloren 1,2 Prozent. Händler sahen die zuletzt wieder gestiegene Hoffnung auf eine schnelle Übernahme von MAN durch Scania als gedämpft an. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hatte in Genf gesagt, dass die Fusion nicht stattfinden könne, solange der Streit um die Schmiergeldaffäre bei der früheren MAN-Tochter Ferrostaal nicht gelöst sei.

Stärkster Dax-Wert war der Konsumgüterhersteller Henkel (plus 1,8 Prozent).

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,88 (Montag: 2,83) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,29 Prozent auf 122,34 Punkte. Der Bund Future gab um 0,06 Prozent auf 124,04 Punkte nach. Auch der Euro gab etwas nach: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3825 (1,3834) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7233 (0,7229) Euro. Tsp

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